4. Alpha-Liponsäure (ALA)
Am interessantesten von den 5 großen Antioxidantien ist
Alpha-Liponsäure, kurz auch als ALA bezeichnet, eine
schwefelhaltige Fettsäure, die für den Körper essentiell zu sein
scheint, so daß sie regelmäßig von außen zugeführt werden
sollte.
Die besondere Wirkung von Alpha-Liponsäure liegt darin, daß sie als
einzige der großen fünf Antioxidantien die Fähigkeit besitzt, alle
anderen Antioxidantien des Netzwerks regenerieren zu können,
während die anderen das jeweils nur für einen Stoff können. Auf
diese Weise kann alleine durch eine ausreichend große Zufuhr von
Alpha-Liponsäure das Maximum aus allen anderen Antioxidantien
herausgeholt werden.
Leider kommt Alpha-Liponsäure aber in den meisten Nahrungsmitteln
nur in sehr geringen Mengen vor. Bekannte Quellen sind z.B. Spinat,
Kartoffeln und rotes Fleisch, in dem es mit ca. 4-10 mg/100g
vorkommt. Besonders hoch sind die Konzentrationen im Herz und der
Leber. Da aber Innereien nicht gerade täglich auf unserem
Speiseplan stehen (wenn denn überhaupt) und die anderen
Lebensmittel die für eine optimale Wirkung erforderlichen Mengen
nicht liefern können, empfiehlt es sich, den Körper mit
zusätzlichen Gaben von Alpha-Liponsäure zu unterstützen.
Ob Alpha-Liponsäure wirklich essentiell ist oder nicht, dazu gibt
es unter Wissenschaftlern verschiedene Meinungen. Da zur
Herstellung vor allem Bakterien und Pflanzen, aber auch höhere
Organismen in der Lage sind, vertreten einige unter ihnen die
Meinung, daß eine Zufuhr mit der Nahrung nicht lebensnotwendig ist.
Für diese Theorie spricht auch, daß es bislang keine bekannten
Mangelerscheinungen bei einer zu geringen Zufuhr an
Alpha-Liponsäure gibt. Allerdings sind Krankheitsbilder beschreiben
worden, bei denen ein verringerter Blutspiegel an Alpha-Liponsäure
festgestellt wurde.
Andere Wissenschaftler aber stellen fest, daß bis heute keineswegs
zweifelsfrei geklärt ist, ob der Mensch Alpha-Liponsäure wirklich
selbst synthetisieren kann. Für sie ist deshalb auch die Frage
offen, ob sie wirklich ein essentieller Nährstoff ist.
Aber Alpha-Liponsäure kann noch mehr, denn neben der Wirkung als
Antioxidans hat sie auch die Fähigkeit, die Insulinrezeptoren zu
(re-)sensibilisieren, was in einer besseren Energieversorgung
resultiert. Gerade Sportler und insbesondere Bodybuilder können
davon stark profitieren. Letztlich bedeutet die Verbesserung der
Insulin-Sensibilität nämlich nichts weiter, als eine vermehrte
Einlagerung von Glykogen in die Muskeln und die Leber. Hierdurch
erreicht man neben einer pralleren Muskulatur auch die Fähigkeit,
durch das gehobene Energieniveau noch härter zu trainieren, was
wiederum in einem besseren Muskelwachstum resultiert.
Untersuchungen zufolge scheint ALA diese Wirkung deutlich
ausgeprägter zu besitzen, als es bei Vanadyl-Sulfat oder Chrom der
Fall ist. Übrigens wird es aus diesem Grund auch gerne bei
Sportlern eingesetzt die Insulin zu Leistungssteigerung benutzen,
um in der insulinlosen Zeit die entsprechenden Rezeptoren wieder
auf den Stand vor der Applikation zu bringen.






