Glutamin
Glutamin (oder auch L-Glutamin) gehört zu den nicht essenziellen
Aminosäuren, d.h. es kann unter normalen Umständen vom Körper
selbst in ausreichender Menge hergestellt werden. Anders sieht es
hingegen bei Krankheit, Stress oder intensiver körperlicher
Belastung, z.B. durch hartes Training aus. Hier kann es vorkommen,
dass der Körper selbst nicht mehr genügend L-Glutamin zur Verfügung
stellen kann.
In diesen Situationen ist es sinnvoll, diesen Mangel durch exogene
Zufuhr durch die Nahrung auszugleichen. Bedeutende natürlich Mengen
befinden sich z.B. in Weizeneiweiß oder Quark. L-Glutamin kann aber
auch durch Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen werden, was oft
effektiver ist, da diese besser verwertet werden können und Ihre
Einnahme punktueller möglich ist.
L-Glutamin wird oft mit Glutaminsäure verwechselt, welche z.B. als
ionisierte Form (Glutamat) als Geschmacksverstärker eingesetzt
wird, hat mit dieser aber nur begrenzt zu tun (sie stellt ein Amid
davon dar). Glutaminsäure gehört ebenfalls zu der Gruppe der nicht
essenziellen Aminosäuren, die aber im Gegensatz zu L-Glutamin
jederzeit in ausreichender Menge vom Körper produziert werden
kann.
Glutamin ist mit über 60% im Aminosäurepool vorhanden und somit die
Aminosäure die in der größten Konzentration in freier Form
vorliegt. Es macht 6-7 % der in den Muskel eingebauten Proteine
aus, der Rest liegt in freier Form vor.
Positive Eigenschaften von L-Glutamin
Entgiftung des Körpers
L-Glutamin verfügt im Gegensatz zu anderen Aminosäuren über 2
Stickstoffatome. Es kann damit helfen Ermüdungserscheinungen
vorzubeugen. Der Ammoniakspiegel wird durch intensive körperliche
Belastung erhöht, was zu solchen Ermüdungserscheinungen und Hemmung
der Energiebereitstellung führt. Ammoniak bildet sich im Muskel aus
den Aminogruppen der Proteine. Diese frei werdenen Aminogruppen
werden vom Glutamin gebunden und so der Ermüdung vorgebeugt
werden.
Glutamin verhindert Übertraining
Wissenschaftliche Untersuchungen bei Athleten mit
Übertrainingserscheinungen haben gezeigt, dass diese im Vergleich
zu gesunden Kontrollsportlern einen geringeren Serumglutaminspiegel
hatten. Dadurch kann sich der Immunstatus verschlechtern, da
Glutamin ein wichtiger Brennstoff für die Zellen des Immunsystems
ist. In Stresssituationen wird vermehrt Cortison produziert,
welches eine Freisetzung von Glutamin aus der Muskulatur bewirkt.So
kann durch die Zufuhr von Glutamin Übertraining verhindert
werden.
Stärkeres Immunsystem durch L-Glutamin
Die Immunlage kann durch die oben genannten Erkenntnisse durch eine
Glutaminzufuhr im Verlauf einer intensiven Trainingsphase
verbessert werden. In der Praxis wird oft beobachtet das gerade
Athleten die sich in einer Wettkampfvorbereitung befinden einen
grippalen Effekt erleiden. Eine Studie zeigte das Athleten die
Glutamin supplementierten seltener an Atemwegserkrankungen wie
Husten oder Bronchitis erkrankten.
Erhöhung der Zellhydratation
Für jeden Sportler sollte die Speicherung von Wasser in den
Muskelzellen an erster Stelle stehen. Je mehr Wasser sich in den
Muskelzellen befindet desto besser läuft die Proteinsynthese
(Aufbau von Muskulatur) ab. Wenn die Muskelzellen jedoch ein
Defizit an Wasser aufweisen entsteht ein kataboler Zustand und es
wird vermehrt Stickstoff ausgeschieden. Durch die Speicherung von
Glutamin in den Muskelzellen kommt es zu einer Verschiebung des
osmotischen Drucks, denn das Wasser wandert immer zur höheren
Konzentration. So wird vermehrt Wasser in den Muskelzellen
eingespeichert.
Heißhunger wird vermieden
Gerade bei kohlenhydratarmen Diätformen verbrennt der Körper auch
Proteine zur Energiegewinnung. Glutamin hat unter anderem die
Aufgabe den Blutzuckerspiegel zu normalisieren. Diäten können so
durch weniger Heißhunger besser durchgehalten werden.
Zufuhrempfehlungen
Es gibt unterschiedliche Auffassungen über die richtige
Supplementierung von Glutamin. Die Empfehlungen gehen dabei von
5-30g täglich. Hier sollte aber beachtet werden, daß vom
zugeführten Glutamin nur ca. 10-15% am Ende auch wirklich bei der
Zelle ankommen. Der Rest bleibt vorher in der Verdauung hängen oder
wird verbrannt. Insofern sollte man entweder richtig zuführen oder
das Geld lieber sparen.
Die Zufuhr sollte je nach Zielsetzung und Körpergewicht angepasst
werden. Als Anfangsdosis sollten 10g täglich mindestens zugeführt
werden. Die Einnahme erfolgt dabei am günstigsten Zeitpunkt, welche
an Trainingstagen direkt nach dem Training ist. An trainingsfreien
Tagen wird es direkt nach dem Aufstehen eingenommen.
Ob eine gleichzeitige Zufuhr schneller Kohlenhydrate die Aufnahme
von Glutamin verbessert ist umstritten. Eine effektivere
Einlagerung durch die dadurch angestrebte Insulinausschüttung,
ähnlich wie bei Creatin, konnte in unabhängigen Studien nicht
zweifelsfrei nachgewiesen werden. Außerdem sollten hier auch die
negativen Aspekte eine hohen Zufuhr schneller Kohlenhydraten in
Betracht gezogen werden. Deswegen sollte diese gleichzeitige
Einnahme auf den Zeitpunkt nach dem Training beschränkt
bleiben.
Für weiter fortgeschrittene Athleten und Wettkämpfer, die das
Maximum aus Glutamin herausholen wollen, wird eine tägliche Gabe
von etwa 30g empfohlen, die auf jeweils ein Drittel nach dem
Aufstehen, nach dem Training und vor dem Schlafen verteilt werden.
Einige Athleten berichten bei der Gabe vor dem Schlafen zudem von
einer besseren Schlafqualität.
Glutamin kann auch sehr gut mit anderen Nahrungsergänzungen
kombiniert werden. Besonders gut lässt sich Glutamin mit Creatin
kombinieren und sollte nach dem Training mit der Post-Workout-Nutrition
eingenommen werden.
Was muss ich beim Kauf von Glutamin beachten?
Es gibt 2 Arten von Glutamin die zur Zeit als Ergänzung erhältlich sind.Einmal das reine L-Glutamin und Glutaminpeptid. Das Peptid besteht nur zu 30% aus Glutamin, der Rest besteht aus Alanin. Würde man Peptid wählen müsste man also folglich die dreifache Menge zuführen um den selben Effekt wie beim reinen L-Glutamin zu erhalten. Der Vorteil von Peptid ist aber das es besser vom Körper aufgenommen wird und in Getränken stabil bleibt. Reines L-Glutamin in Pulverform ist die billigere Variante dagegen aber instabil. Mit L-Glutamin angerührte Getränke sollten also unmittelbar nach dem anrühren getrunken werden. Eine gute Alternative bieten hier die etwas teureren L-Glutamin Kapseln.
Fazit
Es gibt eigentlich nur positive Studienergebnisse bezüglich Glutamin. Sportler und Athleten die sehr anfällig für Erkrankungen sind oder ihre Muskelmasse erhöhen wollen, sollten L-Glutamin auf jeden Fall in ihre Ergänzungsliste aufnehmen.






