4. Die anabole Diät und der Hormonhaushalt
Ein niedriger Blutzuckerspiegel und damit ebenfalls niedriger
Insulinspiegel hat aber auch noch einen anderen Vorteil. Er bewirkt
nämlich einen Anstieg des Wachstumshormonspiegels im Körper. Ein
hoher Spiegel an Wachstumshormonen wiederum begünstigt den
Transport von Aminosäuren in die Zellen und fördert damit den
Muskelaufbau. Außerdem tragen Wachstumshormone positiv zu einer
Stimulierung der Fettverbrennung bei und unterstützen damit das
Glucagon.
Aber auch das für den Muskelaufbau so wichtige Testosteron wird
durch die AD begünstigt, werden doch alle androgenen Hormone aus
der Vorstufe Cholesterin gebildet. Die fetthaltige Ernährung durch
Fleisch und Eier ist nun wiederum ein hervorragender
Cholesterinlieferant.
Im Gegensatz zur Steigerung der vorwiegend anabol wirkenden
Wachstumshormone und Testosteron, wird die Ausschüttung von
katabolen Hormonen aber eher verringert im Vergleich zu einer
herkömmlichen Diät. Das unangenehmste katabole Hormon für einen
Bodybuilder ist das Cortisol. Gerade bei einer stark
kalorienreduzierten Diät, aber auch nach harten Trainingseinheiten
wird Produktion von Cortisol gesteigert, da es dazu dient, dem
Körper Glucose aus Muskelgewebe bereitzustellen, wenn die aktuelle
Zufuhr an Kohlenhydraten nicht ausreicht. Diesen Vorgang nennt man
auch Gluconeogenese. Nebenbei erwähnt ist dieses übrigens auch der
Grund, wieso bei einer herkömmlichen Ernährungsweise immer
empfohlen wird, direkt nach dem Training möglich schnell
Kohlenhydrate zuzuführen. Dadurch kann die Cortisolausschüttung
zwar verhindert, aber nicht gänzlich unterbunden werden.
Bei der anabolen Diät hingegen wird durch den höheren
Wachstumshormon- und Testosteronspiegel eine katabole
Stoffwechsellage effektiv gehemmt und der Körper nutzt die freien
Fettsäuren im Blut und aus der Nahrung zur Energiegewinnung. Ganz
lässt sich dadurch zwar der Muskelabbau in einer Diät nicht
verhindern, gegenüber einer herkömmlichen Diät ist hier aber die AD
klar im Vorteil.






