3. Eine kurze Einführung in die Verdauung
Um die Funktionsweise der AD zu verstehen, muß man zuerst einmal
die Vorgänge bei der normalen Ernährung betrachten.
Führt man dem Körper Kohlenhydrate zu, so steigt daraufhin der
Blutzuckerspiegel. Wie schnell er dies tut, darüber gibt der
glykämische Index Auskunft. Dieser Index nimmt den extrem schnellen
Anstieg des Blutzuckerspiegels durch Traubenzucker (Glucose) als
Maßstab und setzt andere Kohlenhydratquellen dazu in Relation.
Nudeln haben so z.B. einen GI von 50, Fruchtzucker einen GI von 21.
Übrigens wird der glykämische Index auch durch den gleichzeitigen
Verzehr von Protein und Fett beeinflusst und gegebenenfalls
verringert.
Einem starken Anstieg des Blutzuckerspiegels begegnet der Körper
nun, indem er Insulin ausschüttet, ein Hormon, welches in den
Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Letzteres dient
dazu den Blutzuckerspiegel wieder zu senken. Es stellt das
wichtigste Aufbauhormon im menschlichen Körper dar, wird es doch
benötigt, um die aufgenommenen Nährstoffe wie Aminosäuren und
Glucose in die Muskelzellen zu befördern und diese mit den
notwendigen Bausteinen zum Wachstum, sowie mit Energie zu
versorgen.
Ein zu hoher Insulinspiegel führt aber auch dazu, daß vermehrt
Glucose und Protein in Fett umgewandelt werden, sowie diese mit den
Nahrungsfetten aus dem Blutkreislauf in den Fettzellen gespeichert
werden. Außerdem bewirkt ein zu hoher Insulinspiegel eine vermehrte
Wasserspeicherung im Körper. Dies ist auch das Hauptproblem, wieso
bei einer herkömmlichen eiweiß- und kohlenhydratreichen Ernährung
in der Aufbauphase neben Muskelmasse auch Fett mit aufgebaut wird.
Der Körper hat nur die Möglichkeit, eine gewisse Menge
Kohlenhydrate als Glykogen in den Muskeln und in der Leber zu
speichern. Wird diese Menge überschritten, so werden die
überschüssigen Kalorien in Form von Fett eingelagert. Zwar nimmt
die maximal speicherbare Menge an Glykogen proportional zur
Muskelmasse zu und der Körper verbraucht bei größer Aktivität sehr
viel als Leistungsumsatz. Sind die Speicher aber einmal gesättigt
so werden die überschüssigen Kohlenhydrate als Fett gespeichert.
Aus diesem Grund sollte bei einer herkömmlichen Ernährung auch sehr
stark auf Vollkornprodukte oder andere mit einem niedrigen
glykämischen Index zurückgegriffen werden, da diese den
Insulinspiegel niedrig halten und somit den Transport
überschüssiger Kalorien in die Fettzellen verringern.
Das Speichern von Fettzellen, aber auch die Energiegewinnung aus
ihnen, wird durch Enzyme mit dem Namen "Lipase" im Körper
gesteuert. Lipase ist der Oberbegriff für eine Gruppe von
Verdauungsenzymen. Diese spalten Fette und ermöglichen damit deren
Aufnahme aus dem Darm in den Stoffwechsel. Interessant ist übrigens
auch, daß Lipase vielen Waschmitteln beigemischt wird, um ihre
Reinigungsleistung zu verbessern. Dieses sei aber nur am Rande
bemerkt.
Fällt der Blutzuckerspiegel nun unter den kritischen Wert, so setzt
der Körper den Gegenspieler des Insulins frei, Glucagon, welches in
den Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Dieses
bewirkt, daß die Kohlenhydratversorgung des Gehirns nun durch die
in der Leber gespeicherten Kohlenhydrate erfolgt. Der Körper kann
in der Leber aber nur ca. 70g Kohlenhydrate speichern, weshalb
diese Vorräte recht schnell erschöpft sind. In diesem Fall bewirkt
das Glucagon eine Aufspaltung der Fettsäuren aus den
Körperfettdepots. Hierbei werden diese in sogenannte Ketonkörper
aufgespalten, welche der Energieversorgung von Gehirn und Muskeln
zugeführt werden. Diesen Zustand nennt man Ketose. Ihn zu erreichen
ist das Ziel der anabolen Diät.






