aber den grundwehrdienst kann ich nur empfehlen. bei mir warens noch 12 monate, und 9 gehen doch rum wie nichts. selten soviel spaß gehabt wie damals.
jeden tag mit ca 20 mann im zug rödeln, usw.. da erlebt man einiges, lernt charaktere kennen und schätzen, die man sonst kaum kennenlernen würde.
mir hats spaß gemacht, und ich rate jedem dazu der mich fragt.
und dieser volkssport bequemlichkeit "was ich nich machen muss, mach ich auch nich" geht mir eh auf den sack.
die meisten sagen sich doch "bund, da will ich nicht hin" ohne sich überhaupt weiter gedanken darüber gemacht zu haben.
und das jeder angeblich moralische beweggrüne hat, da kann ich nur lachen.
die hälfte der leute, die sich ihr leben lang vor allem drücken (schule, lernen, ausbildung), laufen eh irgendwann mal im wachdienst rum. auch mit ner knarre.
und ich hab auch noch nie jemanden jammern gehört "polizist sein is ja eigentlich ganz ok,.. aber die waffe... ne, das kann ich nich mit meinem gewissen vereinbaren".
ist ja auch nicht so, das man beim bund ausgebildet wird, mit nem gewehr wehrlose zivilisten
zu erschießen.
ich habe damals auch verweigert und übe heute einen beruf aus, in dem ich eine waffe tragen könnte/ müsste! aber bleiben wir beim bsp polizei! im art. 3(4) grundgesetz steht: niemand kann gegen sein gewissen zum KRIEGSDIENST mit der waffe gezwungen werden. und daher hinkt der vergleich mit der polizei. auch das mit dem wachdienst zieht nicht. militär ist eben mit nichts anderem vergleichbar. auch wenn heute humanitäre einsätze an der tagesordnung stehen, das militär nimmt im staat immer eine sonderrolle ein die mit nichts anderem verglichen werden kann.
ich glaube es gibt weltweit keine armee, deren soldaten in den letzten 50 jahren weniger gebrauch vopn der schußwaffe gemacht haben als unsere.
und wenn man sich die msiten unserer auslandseinsätze ansieht, dann sind das fast alles humanitäre unterstüzungseinsätze zur friedenserhaltung oder wiederaufbau. und auch solche leute wie von der unesco müssen in somalia etc eben geschützt werden, und zwa rmit waffen, weil die rebellen nunmal auch nicht nur mit sand werfen.
und wer solche hilfseinsätze nicht mit seinem gewissen vereinbaren kann, der hat halt nur von 12 bis mittag gedacht.
und das ist auch gut so, daß die letzten 50 jahre es so war; weil die anderen 50 davor fand ich "nicht so der hit"! und fällt auf einem humanitären einsatz der bundeswehr ein schuß, dann hast du die beiden tatbestände (1. kriegsdinest, 2. waffe) vorliegen und dagegen hat jeder deutsche ein verweigerungsrecht. und was das gewissen angeht heißt es gegen SEIN gewissen, nicht gegen deins! ist so...
das soll jetzt auch kein plädoyer für die bundeswehr sein, die ist sicher kein musterbeispiel an armee, und da gibts auch einiges was stark verbesserungswürdig wäre, und sicher kann man die 9 monate für sich persöhnlich besser nutzen...
aber 90% verbauen sich mit 17-20 sicherlich nichts, wenn sie mal 9 monate zum bund gehen.
das ist nur bequemlichkeit und drückebergertum.
und wer wirklich mit 18 schon auf einem karriereweg ist, das ihm der grundwehrdienst alles verbauen würde, dann wird man auch freigestellt.
aber mit solch fahdenscheinigen begründungen, wie die sachbearbeiter (zivilisten!) beim kwa zu hören bekommen, stößt man natürlich manchmal auch auf trotz, die lassen sich ja nun auch nicht den ganzen tag für dumm verkaufen. die wissen ja selber das verweigern mittlerweile ne art volkssport geworden ist.
wenn einem vom amt 5€ zuwenig gezahlt wird, da nimmt sich die nation nen anwalt. nehmen, nehmen, aber bloß nicht mal was geben, bzw leisten.
nenn mir doch bitte mal ein musterbeispiel für eine armee...
ich finde das so ok, es ist politisch so gewollt, dass unser militär in D/EU so dasteht. das ist auch der kern einer idee wie der der EU!
das mit der karriere gebe ich dir recht die 9-12 monate brechen niemandem was ab, aber was soll das drückebergertum?
ich habe 1 jahr im krankenhaus gearbeitet als zivi! jeden morgen um 6 auf der matte stehen. bis um 7 zwei alte leute waschen. mit waschen meine ich am ganzen körper! hast schon mal nem 85 jährigen fremden mann oder frau den intimbereich gewaschen? danach gabs erstma "frühstück" dann betten machen und alles putzen für die visite. danach vitalfunktionen checken und in kartei eintragen. botengänge. den leuten mittagessen geben. dann selber essen. wenn leute essen müssen sie auch mal das gegenteil von, also windeln wechseln, popo waschen. kaffee kochen, urinflaschen leeren, geschirr wegbringen.......
oder das ganze auch als spätschicht...
wo soll daran das drückebergertum sein?
und bevor jetzt irgendwer mit pipi in den augen jammert, ich hab damit jetzt keinen hier pers gemeint, auch nicht den topicstarter, aber wollt zu dem thema mal meine meinung sagen.
muss jeder selbst wissen ob er sich den schuh anzieht, oder den springerstiefel.
das ist dabei kontakt mit FREMDEN körperflüssigkeiten hatte stand auf der tagesordnung. auch ich wollte meine meinung sagen. ich habe mich eben für die version mit den schuhen entschieden, in diesem fall waren es ein paar birkenstock und die habe ich kaputtgelatscht! aber die, die nicht zum bund wollen als drückeberger zu bezeichnen halte ich für (nennen wir es) "überholt".
das jahr hat auch mir was gebracht, ähnliche dinge wie du sie geschildert hast. auch bin ich der meinung, jeder solle ETWAS das land tun, nur sagte ich mir, lieber das ohnehin ruinierte gesundheitswesen entlasten und im krankenhaus arbeiten. und ich hatte nie das gefühl mich gedrückt zu haben. aber jedem das seine, respekt für jeden der die uniform anzieht; aber dann auch bitte so, das man sie auch mit allem was dazugehört bei einem auslandseinsatz zeigen kann!
also ich war 4 jahre beim bund, im nachhinein verschenkte 4 jahre.
nachvollziehbar
Philipp