Hallo an alle BB'ler,
da sowieso eines Tages die sogenannte "Creatin-Frage" auftauchen wird, wie in so vielen anderen BB-Foren schon erlebt, schlage ich vor dies mit der
"Creatin-Guideline und Wissenswertes"
zu umgehen.
CU
Andreas
PS: Der Artikel ist zwar leider nicht von mir, aber praktisch gesehen, das z.Z. Beste, was sich im Bezug auf Creatin finden lässt.
Können eigentlich allergische Reaktionen bei Creatineinnahme auftreten? Wenn ja: Würden dies bei Allergietests unter "Eiweiß" fallen?
Danke&Grüße,
J.C.
Mir sind bislang keine Studien zu allergischen Reaktionen auf Creatin bekannt.
den Artikel möchte ich noch mit praxisnahen Informationen zu den unterschiedlichen Creatineformen ergänzen:
Creatine Monohydrat
88% Creatinegehalt, preisgünstig, wirkt bei ca. 90% der Athleten gut, zieht Flüssigkeit in den Darm und verursacht dadurch Blähungen, es gibt ca. 10 % Non-Responder, bei denen es nicht wirkt
Creatine Anhydro
94% Creatinegehalt, ist teurer als Monohydrate, instabil und wird schnell zu Creatinine umgewandelt, muss in dampfdichten Gefäßen gelagert werden
Alkalynes Creatine
Mischung aus Creatinemonohydrate mit Basen, ist in Flüssigkeit weitgehend stabil, geringer Creatinegehalt, oft überteuert, Wirkung geringer als bei Creatinemonohydrat (bei gleicher Dosis)
Creatine Citrate
40% Creatinegehalt, löst sich in wenig Wasser, schlechtes Preis-Leistungsverhältnis, gute wasserlöslichkeit bringt in der Praxis keine Vorteile
Creatine Phospate
60% Creatinegehalt , schlecht bioverfügbar, teurer als Creatinemonohydrate
Creatine Tatrate
70% Creatinegehalt, sehr stabil bzw. schwer löslich in Wasser, daher nicht für Flüssigkeit sondern eher für Kautabletten, Riegel etc. von Bedeutung, schlecht wasserlöslich (schlechter als Monohydrat) und teurerer als Monohydrate, auch schlechter resorbierbar
Magnesium Creatine
Verbindung aus 86% Creatine und 14% Magnesium bei Trockenmasse, teuer, daher besser Creatinemonohydrate u. Magnesium Citrate getrennt verwenden, ist genau so gut
Creatine-Ethyl-Ester-Carbonat
Veresterte Verbindung von 50% Creatine mit Carbonate (Base), ziemlich stabil im Magen, fettlöslich, mittlerer Creatinegehalt, wirkt aber durch gewisse Stabilität im Magen und vor allem die fettlöslichkeit gut bis sehr gut (bei entsprechend hoher Verzehrmenge)
Creatine-Ethyl-Natrium-Phosphat
Verbindung von 60% Creatine mit Base, Natrium-Phosphat wirkt aklalyisch, gewisse Stabilität im Magen, mittelhoher Creatinegehalt, wirkt aber gut bis sehr gut (bei entsprechend hoher Verzehrmenge)
Di- oder Tri-Creatine-Malate
50 - 70% Creatinegehalt, Verbindung von Creatine mit Malatsäure, gut löslich in wenig Wasser, gute Löslichkeit, aber in der Praxis kein echter Vorteil, Malatsäure ist ein Energizer, man braucht aber mindestens 6 Gramm der Creatine-Malate-Verbindung um gute Wirkung zu bekommen
Di- oder Tri-Creatine-Orotate
Verbindung von 55% bis 70% Creatine mit 40 bzw. 30% Orotate, gute Bioverfügbarkeit, Orotate fördert Muskelaufbau, mittelhoher Creatinegehalt, aber sehr gute Wirkung bei ausreichend hoher Verzehrmenge (mind. 5 Gramm)
Di- oder Tri-Creatine-HMß
Verbindung aus 60% Creatine und 40% HMB gut wasserlöslich, sehr gute Wirkung durch HMB, allerdings muss mindestens 6 Gramm der Verbindung verzehrt werden, dennoch ist Preis-Leistungs-verhältnis so gut, wie wenn beides als Monoprodukt verzehrt wird, wobei auch Löslichkeit besser ist als bei Creatinemonohydrate
Creatine-Pyruvat
Verbindung von 60% Creatine mit Pyruvate, gut wasserlöslich, Pyruvate ist Energizer und Fat Burner, gute Wirkung bei ausreichend hoher Verzehrmenge von 5 - 6 Gramm, etwas weniger anabol als HMB oder Orotat, Verbindung aber sehr gut für den Fettabbau
Creatine-Ethyl-Ester und Creatine-Ethyl-Ester HCL
Verestertes 90% Creatine, sehr gut wasser- und fettlöslich, etwa gleich gute Wirkung wie Creatinemonohydrate, allerdings bei Problemen mit Fettverdauung sinnvoller
Creatine-Ethyl-Ester-Malate
wie Creatine-Ethyl-Ester, nur noch zusätzlich Energizer mit mittlerem Creatinegehalt, sehr gute Wirkung
Creatine-Alpha-Ketoglutarat
Verbindung von 60% Creatine mit AKG, excellente Bioverfügbarkeit durch AKG, auch ohne Transportmatrix hervorragende Beladung der Zellen mit Creatine, AKG ist Energizer im Zellstoffwechsel, Höchste Wirkung unter allen Creatineformen, vor allem wenn keine Transportmatrix eingenommen wird. Leider sehr teuer.
Wie man hier sehr gute erkennt, sind nicht alle Creatineformen sinnvoll. Wer beispielsweise braucht ein fettlösliches Creatine? Auch Alkalynes Creatine braucht, nach genauer Betrachtung, kein Mensch. Bei manchen Produkten muss man sich wirklich fragen, warum diese überhaupt entwickelt wurden und findet die Antwort leider viel zu häufig im Geld, welches uns aus den Taschen gezogen wird. Es gibt aber auch gute Beispiele, wie die Verwendung von Creatinepyruvate während der Fettabbaudiät!
jetzt ich... aus dem obigen artikel entnehme ich:
Wie nicht anders zu erwarten bleibt Creatin in flüssiger Lösung nicht sehr lange stabil (insbesondere im sauren Milieu wie etwa im Magen) und sollte deshalb unmittelbar nach dem Anmischen konsumiert werden.
was bedeutet das in minuten? ich lese immer, das das zeugs in flüssigkeiten nach ca 5minuten zerfällt.
andererseits lese ich auch hier oft, das man nach der einnahme ne halbe stunde mit dem essen warten sollte. ist doch ein wiederspruch oder?
wenns nach 5min zersetzt, muss es also in der zeit auch in den muskeln angekommen sein, somit spricht also doch auch nichts dagegen, nach 5 minuten was zu essen, weils ja schon durch den magen ist.
wurden bei der myogenic die information zur dosierung entfernt ? vor ner weile standen da noch infos über ladephasen und weitere supplementation, jetzt scheint das weg zu sein...
Da wird momentan ne Wiki erstellt, dauert scheinbar ne zeitlang, bis die Artikel wieder alle online sind.
Wie nicht anders zu erwarten bleibt Creatin in flüssiger Lösung nicht sehr lange stabil (insbesondere im sauren Milieu wie etwa im Magen) und sollte deshalb unmittelbar nach dem Anmischen konsumiert werden.
Ich zitiere mich immer wieder selbst gern, bis dieser Mythos* endlich einmal aus den Köpfen raus ist:
Child R1 and Tallon MJ2.
Creatine ethyl ester rapidly degrades to creatinine in stomach acid.
1Department of Life Sciences, Kingston University, Penrhyn Rd, Kingston-upon-Thames, United Kingdom. 2University of Northumbria, Sport Sciences, Northumbria University, Northumberland Building, Newcastle upon Tyne, United Kingdom, DrChild@CR-Technologies.net
Creatine ethyl ester (CEE) is a commercially available synthetic creatine that is now widely used in dietary supplements. It comprises of creatine with an ethyl group attached and this molecular configuration is reported to provide several advantages over creatine monohydrate (CM). The Medical Research Institute (CA, USA) claim that the CEE in their product (CE2) provides greater solubility in lipids, leading to improved absorption. Similarly San (San Corporation, CA, USA) claim that the CEE in their product (San CM2 Alpha) avoids the breakdown of creatine to creatinine in stomach acids. Ultimately it is claimed that CEE products provide greater absorption and efficacy than CM. To date, none of these claims have been evaluated by an independent, or university laboratory and no comparative data are available on CEE and CM. This study assessed the availability of creatine from three commercial creatine products during degradation in acidic conditions similar to those that occur in the stomach. They comprised of two products containing CEE (San CM2 Alpha and CE2) and commercially available CM (
CreaPure®). An independent laboratory, using testing guidelines recommended by the United States Pharmacopeia (USP), performed the analysis.
Each product was incubated in 900ml of pH 1 HCL at 37± 1oC and samples where drawn at 5, 30 and 120 minutes. Creatine availability was assessed by immediately assaying for free creatine, CEE and the creatine breakdown product creatinine, using HPLC (UV). After 30 minutes incubation only 73% of the initial CEE present was available from CE2, while the amount of CEE available from San CM2 Alpha was even lower at only 62%. In contrast, more than 99% of the creatine remained available from the CM product. These reductions in CEE availability were accompanied by substantial creatinine formation, without the appearance of free creatine.
After 120minutes incubation 72% of the CEE was available from CE2 with only 11% available from San CM2 Alpha, while
more than 99% of the creatine remained available from CM. CEE is claimed to provide several advantages over CM because of increased solubility and stability. In practice, the addition of the ethyl group to creatine actually reduces acid stability and accelerates its breakdown to creatinine. This substantially reduces creatine availability in its esterified form and as a consequence creatines such as San CM2 and CE2 are inferior to CM as a source of free creatine.
*Für dessen Enstehung ich (natürlich) die Supplementindustrie verantwortlich mache. Wenn sich nicht herumsprechen würde, dass Creatin extrem instabil sei, würde niemand die revolutionären Super-Ester-Creatinprodukte kaufen.