Ich hatte letztens eine Diskussion mit meinem Trainingspartner, bei der er meinte, dass es effektiver ist (mehr Energie bringt), wenn beim Training auf das körpereigene Glykogen als Energiequelle zurückgegriffen wird, als wenn die Energie aus den zuvor verspeisten KHs gewonnen wird.
Macht zwar für mich keinen Unterschied, da ich ohnehin etwa drei Stunden vor dem Training nichts festes KH-haltiges mehr esse, aber mich würde trotzdem interessieren, ob da was dran ist. Genaue Erklärung konnte er mir keine abliefern, aber er ist normalerweise sehr bewandert in solchen Dingen...
Vielleicht weiß das ja jemand

Woher kommt denn das Glykogen ?
fragt
Volker
Ist die Frage jetzt rhetorisch?
Wenn ja: ich meine den Unterschied, ob der Blutzucker direkt aus der aufgenommenen Nahrung durch die Verdaaung der Kohlenhydrate stammt, oder durch Entleerung der körpereigenen Glykogenreserven. Angeblich soll das einen Unterschied machen, und mich würde interessieren, ob das nun stimmt, und wenn ja, eine Erklärung dafür.
Ausgemachter Blödsinn!
Es gibt kein entweder-oder, nur ein nebeneinander. der Körper wird immer sowohl Glykogen mobilisieren als auch die KH, die gerade aus der Ernährung da sind.
Die Glykogenreserven reichen bei hartem Training gerade mal zwischen 30-45min, dann ist eh Ende-und das bei vollem Pool!
Und ohne Glucose nix mit hartem Training, ganz einfach.
Gruss
kockie
Wenn ich aber die KH schon verdaut habe und das Insulin den Blutzucker wieder in den normalen Bereich gesenkt hat? Strenge ich mich nun an, muss der Körper doch vermehrt Glykogen freisetzen, um einer Unterzuckerung vorzubeugen - und das kann dann doch nur aus den körpereigenen Reserven geschehen.
Das die Glykogenreserven nur für 30-45 min reichen, ist mir auch neu. Es heißt doch immer, im Körper können 400-600g Glykogen gespeichert werden, das wären 1600-2400kcal, und selbst 1600kcal kann man in 45min wohl kaum verbrauchen, denke ich. Und im Aufbau kann man davon ausgehen, dass die Glykogenspeicher eher voll denn leer sind.
Jedenfalls ist meine eigentliche Frage beantwortet: es macht also keinen Unterschied.
Danke!

Bisschen viel-man rechnet beim Normalmenschen mit 350-400g Glykogen, davon etwa 60% in den Muskeln.
An das Leberglykogen kommst Du so nicht dran, es wird im wesentlichen zurückgehalten, um im Extremfall die Glucose für die Gewebe (ZNS, Erythrozyten, Nebenniere etc.) bereitzustellen.
Das wären dann so 200g und damit sehr wohl verbrauchbar.
Geht diese Reserve zur Neige (deshalb etwa 200g, ganz leer geht nicht), wird halt nicht mehr mit Glucose gefeuert, sondern mit Fett.
Diese Vorräte+Nachladen erlaubt Belastungen im Ausdauersport von knapp 2h, davon etwa 90min ohne Nachladen. Kann man im Marathon oft schön sehen: gegen Ende geht einigen der Treibstoff aus->Umstellung auf Ketonkörper->massiver Zusammenbruch der Leistung.
Auch jetzt in der Tour de France ab und an zu sehen.
Gruss
kockie
Danke für die Info! Wenn wir schon dabei sind: du sagst, wenn die Glykogenreserve zur Neige geht, wird das Fett zur Energiebereitstellung herangezogen. Wie siehts aus mit dem Muskelprotein? Wir das nicht eher als Fett mobilisiert?
Schöne Grüße
Thomas
die Aufspaltung der Muskelmasse wird höchstwarscheinlich mit der Freisetzung der Fettsäuren einhergehen und der Körper verbrennt beides.
Grüße
Markus
Nein, falsch.
Während Belastungen wird kein Muskeleiweiss verbrannt, das ist eindeutig nachgewiesen (u.a. bei Triathleten, Marathon etc.).
Fett und Ende.
Gruss
kockie
Gibt es da auch Studien zu Kraftsportlern, bzw. solchen, die überwiegend anaerob arbeiten? Vielleicht mit Quellenangaben?
Die lange, gleichmäßige Belastung eines Marathonläufers ist ja nicht gerade mit der kurzen, punktuellen Belastung eines Bodybuilders oder KDK-lers und entsprechend langen Satzpausen (und hier eben ohne Belastung) zu vergleichen, zumal diese auch einer nur gering ausgeprägte Muskulatur besitzen.