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Normale Version: Offtopic: poor little girl
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Ich stimme Stephan zu. Meiner Meinung nach gibt es sehr wohl eine Abstufung beim Leiden. Natürlich keine objektiv messbare. Aber es gibt Unterschiede. So, wie die Aussagen "Mir geht es ...", "phantastisch", "gut", "einigermaßen" auch verschieden sind.

Gimli schrieb:
Wenn Du mit einem glühenden Dolch in der Wildniss einen Schlangenbiss verödest, sind Dir Deine Halsschmerzen sowas von egal.

Wenn ich das richtig verstehe, widersprichst Du Dir damit doch selbst. Da setzt Du die beiden Leiden doch in Relation zueinander. Außerdem hast Du die Ausgangssituation verändert. In Stephans Szenario war nur die Frage - ausformuliert -: Was ist schlimmer? Normale, erkältungsbedingte Halsschmerzen, oder einen glühenden Dolch über die Haut gezogen zu bekommen? Ganz allgemein. Das beinhaltet auch von links oben nach rechts unten und hintenrum wieder zurück. Und da ist die Antwort recht klar.

Ausnahmefälle, wie mit der Wildnis, lassen sich immer konstruieren.

Patrick schrieb:
Ich stimme Stephan zu. Meiner Meinung nach gibt es sehr wohl eine Abstufung beim Leiden. Natürlich keine objektiv messbare. Aber es gibt Unterschiede. So, wie die Aussagen "Mir geht es ...", "phantastisch", "gut", "einigermaßen" auch verschieden sind.

Es gibt keine Abstufungen beim Leiden. Es gibt starken und schwachen Schmerz. Aber sowohl starker als auch schwacher Schmerz sind Leid. Leid ist die Abwesenheit von Wohlbefinden, so wie ein leerer Raum die Abwesenheit von Tisch und Stuhl ist.

Patrick schrieb:
Wenn ich das richtig verstehe, widersprichst Du Dir damit doch selbst. Da setzt Du die beiden Leiden doch in Relation zueinander.

Nein, genau genommen setze ich die Schmerzen in Relation zueinander.

Patrick schrieb:
Außerdem hast Du die Ausgangssituation verändert. In Stephans Szenario war nur die Frage - ausformuliert -: Was ist schlimmer? Normale, erkältungsbedingte Halsschmerzen, oder einen glühenden Dolch über die Haut gezogen zu bekommen? Ganz allgemein.

Was ist, wenn ich Dir sage, dass ich, wie so viele, an einer Immunkrankheit leide und lieber den Dolch nehme? Das Argument "Aber die meisten würden die Halsschmerzem nehmen", ist übrigens irrelevant.

Patrick schrieb:
Ausnahmefälle, wie mit der Wildnis, lassen sich immer konstruieren.

Es sind die Ausnahmefälle, die Konstruktionen mit Anspruch auf Allgemeingültigkeit falsifizieren.

ich seh gerade, gimli fährt sprachphilosophische geschütze auf, während stefan und patrick leid einfach mit schmerzen gleichgesetzt haben...

hir ahben aber einige leute einen wilden diskussionsdrang.Popcorn

6(sic)6 schrieb:
Schön zurechtgelegt Wink. Das nicht von Folter die Rede war ist uns aber beiden klar.

Okay, lass es mich Dir anders erklären: Der Verlust eines Menschen ist Schmerz, und Zahnschmerzen sind Schmerz. Der Verlust eines Menschen schmerzt mehr, aber trotzdem sind Verlust und Zahnweh Leid. Leid ist ein Negativum. Schmerzen können variieren. Leid nicht. So wie einer, der eine Million im Lotto gewinnt, nicht mehr Glück hat als einer, der die Frau seiner Träume trifft. Der eine wird reich, und der andere krieg eine Sex-Fee, aber beide stehen im Glück - und nicht der eine mehr oder der andere weniger.

6(sic)6 schrieb:
Nochmal schön zurechtgelegt, allerdings muss ich denke ich die Situation nicht näher festlegen. Wenn ich irgendjemanden auf der Straße fragen würde und er müsste sich entscheiden, wäre die Antwort 100% klar. Und sie wäre sicherlich nicht "ich nehme den Dolch".

Wenn Du jemanden in unserem Land fragst. In unserem Kulturkreis. Es viele Menschen, die den Dolch einer, aus unseren Sicht gesehen, Lapalie vorziehen. Für was sich der Mann der Straße entscheidet, war übrigens noch nie ein Prüfstein für irgendwas, sondern nur ein Zeichen dafür, dass dem, der den Mann auf der Straße ins Gespräch bringt, die Argumente ausgehen. Wink


6(sic)6 schrieb:

Gimli schrieb:
Wenn Walter X einen Menschen aus Habgier von hinten mit einem schnellen Schuss tötet, dann sitzt er 25 Jahre ein. Wenn Walter X einem Mann bei lebendigem Leibe den Penis abschneidet, um ihn zu essen, und der Mann stirbt dabei unter gräßlichen Schmerzen, kann Walter X in 8 Jahren wegen Totschlags wieder draußen sein.

Niemand sagte, dass es gerecht ist, aber es ist so. Was aber meine "These" stützt, dass der Tod eben doch reinzählt und als fatal gewertet und auch behandelt wird.

Wenn Du den Tod als höchstes Leiden bewertest, möchte ich gern sehen, wie Du mit dieser These den Selbstmord erklärst, der verübt wird, um dem Leiden ein Ende zu setzen.

6(sic)6 schrieb:
Schade, dass du auf den Absatz mit Kind erschrecken und "anfassen" (ich denke du weißt was gemeint ist) nicht geantwortet hast. Da wäre der (Subjektive) "Bewertungsfaktor" schön ins Spiel gekommen.

Es gibt keine Skala der Leiden. Es gibt starke und schwache Ursachen für Leid, die in ihren Auswirkung auf das Leben selten einzuschätzen sind. Deshalb gilt es, Leid in jedem Falle zu vermeiden. Mensch, so schwer kann das doch nicht zu verstehen sein. Nachdenk

käptn_supermann schrieb:
hir ahben aber einige leute einen wilden diskussionsdrang.Popcorn

Habe ich eigentlich gar nicht.
Ich kann nur Widerrede nicht leiden. Wink

Gimli schrieb:

käptn_supermann schrieb:
hir ahben aber einige leute einen wilden diskussionsdrang.Popcorn

Habe ich eigentlich gar nicht.
Ich kann nur Widerrede nicht leiden. Wink


*plumps* vorm stuhl gefallen vor lachen *kuller*

Gut, konzentrieren wir uns mal auf das wesentlich und gehen von den Beispielen weg, da sie sowieso nur als Strohmann Argumente missbraucht werden.

Gimli schrieb:
Es gibt keine Abstufungen beim Leiden. Es gibt starken und schwachen Schmerz. Aber sowohl starker als auch schwacher Schmerz sind Leid. Leid ist die Abwesenheit von Wohlbefinden, so wie ein leerer Raum die Abwesenheit von Tisch und Stuhl ist.

"Leid ist die Abwesendheit von Wohlbefinden"... Welchen Philosoph zitierst du jetzt? Wink Die Abwesenheit von Wohlbefinden kann auch eine Befindlichkeitsstörung sein (Müdigkeit, Niedergeschlagenheit z.B. durch das Wetter), das ist aber (für mich) noch lange kein Leid.

Aber ich denke wir kommen hier auf keinen gemeinsamen Nenner, da es schon beim Grundsatz scheitert. Während für dich "leiden" schon bei Unwohlsein beginnt, ist es für mich eine Lapalie und noch lange kein Leid. Eine allgemeingültige Definition werden wir da nicht finden.

Richtig. Die Definitionen unterscheiden sich sicherlich. Hier (http://de.wiktionary.org/wiki/leiden) steht zum Beispiel:

"Bedeutungen (leiden):

[1] starke psychische und/oder physische Schmerzen verspüren
[2] jemanden ~ können; mögen
"


Dagegen nur einen Klick entfernt: http://de.wiktionary.org/wiki/Leiden

"Bedeutungen (Leiden):

[1] alle vom Begriff des Schmerzes nicht erfassten Beeinträchtigungen des Wohlbefindens, die über ein schlichtes Unbehagen hinausgehen und eine nicht ganz unwesentliche Zeitspanne fortdauern.
"



Aber: http://de.wiktionary.org/wiki/Leid

"Bedeutungen (Leid):

[1] psychischer Schmerz
[2] physischer Schmerz
"


Also: Alles Quatsch.


PS: Ich kann keinen Link mehr über den Button "Hyperlink einfügen". Ist mein Browser kaputt oder das Forum?

6(sic)6 schrieb:
"Leid ist die Abwesendheit von Wohlbefinden"... Welchen Philosoph zitierst du jetzt? Wink

Meines Wissens nach gar keinen speziellen.
Aber wenn Du einen Philosophen möchtest, dann kann ich Dir Schopenhauer empfehlen. Nach ihm ist das Leid positiv und das Glück und Wohlbefinden negativ, in dem Sinne, dass Wohlbefinden nur kurzfristige Ablenkung vom Leid ist, dass so zu sagen den roten Faden des Lebens bildet. Ob man das so sehen möchte, hängt davon ab, ob für einen selbst das Glas halb voll oder halb leer ist. Wink

6(sic)6 schrieb:
Aber ich denke wir kommen hier auf keinen gemeinsamen Nenner, da es schon beim Grundsatz scheitert. Während für dich "leiden" schon bei Unwohlsein beginnt, ist es für mich eine Lapalie und noch lange kein Leid. Eine allgemeingültige Definition werden wir da nicht finden.

Nun, ich habe eine Definition. Du hast keine. Weil Du nicht sicher abstecken kannst, wo Leid beginnt. Wink

Gimli schrieb:
Nun, ich habe eine Definition. Du hast keine. Weil Du nicht sicher abstecken kannst, wo Leid beginnt. Wink

Ich habe eine, nur eben eine nicht so weit gefasste. In diesem Sinne, hilf du den Leuten bei Unwohlsein, und ich kümmere mich um die wichtigen Fälle Zwinker

Passend irgendwie:
http://www.youtube.com/watch?v=MmNjNOAGhOg Smile

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