Bodybuilding-Forum von BamBams Corner

Normale Version: Atombombe im Gully
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Interessant, was die USA hier in Westdeutschland im Kalten Krieg alles entfacht hätten, um die Sowjet-Armee aufzuhalten. Prinzip "Verbrannte Erde"...

http://einestages.spiegel.de/static/topi...gully.html
Zitat:
Um Zeit für das Einfliegen der US-Reserven zu gewinnen, sollten nicht nur einfache Sprengstoffladungen gezündet werden, um Verkehrswege für den Feind unpassierbar zu machen. Es gab sogar US-Planspiele, größere Brücken, Tunnel oder ganze Häfen und Güterbahnhöfe mit Atomminen zu zerstören.

Die kleinste Atomic Demolition Munition (ADM) hatte den Durchmesser einer Großpizza (40 Zentimeter) und wog 68 Kilogramm. Sie hätte die Sprengkraft von bis zu 1000 Tonnen TNT entwickelt - und die Umgebung verstrahlt.

Wo genau die Mini-Atombomben zum Einsatz kommen sollten, ist ungewiss - die Pläne unterliegen bis heute der Geheimhaltung. Mit Ende des Kalten Kriegs wurden die ADM aus den Depots der US-Armee in Deutschland entfernt.
Das im Kalten Krieg auf beiden Seiten hochgerüstete Deutschland wäre im Falle eines 3. Weltkrieges ohne Frage zentraler Schauplatz (und damit zu verstrahltem und verseuchten Brachland) geworden.
Die zentrale Lage Deutschlands in Europa hatte ja schon Bismarck als schlechtestmögliche Ausgangsposition im Kriegsfall erkannt.

Andererseits hat Westdeutschland durch den von den USA forcierten Wiederaufbau (eben wegen der Notwendigkeit eines starken Bollwerks, sowohl gesellschaftlich als auch wirtschaftlich und militärisch, gegen den Kommunismus) schon kurz nach dem Krieg wieder aufgeblüht. In Großbritannien beispielsweise gab es sogar noch länger Lebensmittelmarken als in Deutschland.
Zweifellos wäre Deutschland im Kriegsfalle zur atomaren Wüste geworden.

Mich amüsiert nur die Kaltschnäuzigkeit unseres "größten Verbündeten", mit der atomaren Verwüstung in unserem Land anzufangen, indem der Hamburger Hafen o. ä Anlagen samt Umgebung zerbombt und verstrahlt werden. Und dass die Politiker unseres ach so souveränen Landes, ohne ein Wort drüber zu verlieren, bei der Geschichte mitspielen.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass z. B. die französische Regierung US-Atombomben dulden würde, die irgendwo unter dem Charles de Gaulle-Flughafen darauf warten, gezündet zu werden. Die würden den Amerikanern vermutlich mit einem "Vive la République, vive la France!" auf den Lippen dermaßen in die Hintern treten, dass sie für die Reise über den Atlantik kein Flugzeug brauchen, statt shake hands zu machen.

Gimli schrieb:
Und dass die Politiker unseres ach so souveränen Landes, ohne ein Wort drüber zu verlieren, bei der Geschichte mitspielen.


Hier muss ich eine Lanze zumindest für Helmut Schmidt brechen, der schon in den 50ern sogar mit sehr vielen Worten gegen landgestützte Atomraketen generell vorgegangen ist mit dem Argument, dass die Hauptziele eines sowjetischen Primärangriffs nicht inmitten Europas liegen dürften.

68 kg und 1000T TNT ? öhm
NOT denn die hiroshima bombe von weit über 1 Tonne hatte "grad mal" 800
naja und nein wir sind nicht so shcnell gewachsen nach dem 2 Weltkrieg weil uns die amis unterstützt haben sonsdern weil die deutschen hart gearbeitet haben und es gab halt so ne aufbruch stimmung... ja den marhsall -plan gabs auch aber der war eher psychologisch auf heute um gerechnet waren es vllt 20 Mrd was für eine Volkswirschaft ja net grade viel ist
sicher hats geholfen der wird aber heutzutage nen bisschen gehyped ,
und die briten hatten ja auch förderung bekommen da war aber halt net so das gewisse etwas da

krush schrieb:
68 kg und 1000T TNT ? öhm
NOT denn die hiroshima bombe von weit über 1 Tonne hatte "grad mal" 800


Du vergleichst Äpfel mit Birnen.

http://en.wikipedia.org/wiki/W54

Zitat:
naja und nein wir sind nicht so shcnell gewachsen nach dem 2 Weltkrieg weil uns die amis unterstützt haben sonsdern weil die deutschen hart gearbeitet haben und es gab halt so ne aufbruch stimmung...


Vergleiche einmal das Verhalten der Siegermächte gegenüber Deutschland nach dem 1. Weltkrieg (Reparationszahlungen, dadurch Rezession) mit dem Verhalten nach dem 2. Weltkrieg (Demontage der Ostzone ggü. Truman-Doktrin/Marshallplan im Westen) - die "Aufbruchstimmung" kann noch so groß sein, sie muss auch die richtigen Rahmenbedingungen haben!

Ganz kurz ein Ausflug in Sachen Strategie:
Die Ausgangslage für die USA war, dass bei einem massiven und gleichzeitig rasch vorgetragenen Angriff des Warschauer Paktes (WAPA) auf Mitteleuropa der Einsatz von taktischen Atomwaffen Teil der Überlegungen war. Und zwar dann, wenn die europäischen nationalen Truppen nicht mindestens 36 Stunden die Angriffe aufgehalten hätten. Diese 36 Stunden hätten die USA benötigt, um ihre Verteidigungsdispositive zu beziehen. Wäre es also der Bundeswehr in Deutschland oder dem Bundesheer in Österreich nicht gelungen diese 36 Stunden zu halten, dann wäre es Teil der Überlegungen gewesen (was nicht unbedingt bedeutet, dass es tatsächlich passiert wäre!) taktische - also räumlich sehr begrenzt wirkende Atomwaffen zum Einsatz zu bringen.
Wir erkennen also, dass die Friedensbewegung der 80-er Jahre im Zusammenhang mit diesen Überlegungen ein extrem gefährliches Spiel getrieben hat. Ihr Hauptziel, eine Verringerung der westlichen Streitkräfte, hat in Realita die Gefahr eines Atomwaffeneinsatzes erheblich erhöht - eigentlich im Gegensatz zur Hoffnung der Hunderttausenden, die damals zumeist im guten, aber leider naiven Glauben auf die Straße gegangen sind.
Wurde es denn wirklich als realistisch eingeschätzt, dass ein Krieg der beiden Systeme ganz ohne Atomwaffen geführt werden könnte? Dass jede der beiden Seite lieber auf einem mehrfachen Overkill sitzen bleiben und eventuell einen Krieg konventionell verlieren würde, als die totale Vernichtung hunderter Millionen Menschen via Atomkrieg zu befehlen (was immerhin ein sehr vernünftiger Gedanke ist, sofern man das Wort "vernünftig" bei Kriegsentscheidungen überhaupt verwenden mag)?
Es war doch Teil der Ideologie der Kommunisten, dass der Westen ohnehin danach trachten würde, sie vollständig zu vernichten. In diesem Gedankengebäude wären spätestens bei einer bevorstehenden konventionellen Niederlage Atomschläge befohlen worden, da der Untergang des eigenen Systems so oder so bevor gestanden hätte.
Nun, Atomwaffen habe in den damaligen Überlegungen wohl immer eine Rolle gespielt, wenngleich auch nicht in Dimensionen wie jene von Hiroshima und Nagasaki. Es ist gut, dass diese Bedrohung, zur Zeit zumindest, keine tatsächliche Rolle mehr spielt. Man kann nur hoffen, dass diese ultimative Waffe nie in die Hände irgendwelcher (religiöser) Eiferer oder Terroristen fällt, denn dann würde sie aller Wahrscheinlichkeit nach zur Durchsetzung politischer/eventuell religiöser Ziele verwendet.

wolsch schrieb:
Man kann nur hoffen, dass diese ultimative Waffe nie in die Hände irgendwelcher (religiöser) Eiferer oder Terroristen fällt, denn dann würde sie aller Wahrscheinlichkeit nach zur Durchsetzung politischer/eventuell religiöser Ziele verwendet.


Dafür müssten sie nicht einmal eine Atombombe bauen - eine schmutzige Bombe mit einem kilometerweit verstrahlten Umfeld wäre furchtbar genug.
Die technologischen Voraussetzungen zum Bau einer Atombombe sind andererseits nicht so groß - der Zugang zu geeinetem Material stellt die größte Schranke dar. Insofern kann man behaupten, dass jeder Staat mit einem zivilen Atomprogramm (mit Anreicherung, Infrastruktur etc.) unerkannt und in kurzer Zeit auch Atombomben produzieren kann. Prinzipiell wären auch Terroristen dazu fähig, sofern sie sich die Bauteile zusammenkauften.

Das schürt auch meine Bedenken gegen die Nutzung von Atomkraft (und insbesondere ihre Ausweitung). Mit jedem zusätzlichen Atomkraftwerk steigt die Menge und die Frequenz der im Umlauf befindlichen radioaktiven Stoffe. Während die Kette in den westlichen Nationen noch halbwegs überwacht ist, fällt in Russland, China oder Afrika nicht auf, wenn einmal ein paar Kilo Abfall oder gar aufbereitetes Material verschwinden.
Die Geschichten, dass wieder einmal ein paar Russen an der Grenze mit einem Koffer voll Uran oder Cäsium gefunden wurden, welches sie auf einem Schrottplatz gefunden hatten, sind ebenso absurd wie verstörend.

edit:
http://diepresse.com/home/panorama/welt/346344/index.do

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