Das Geheimnis meiner Ernährung in der Aufbauphase ist kurz und bündig: Der Einsatz von Flüssignahrung. Dieses Vorgehen hat viele Vorteile, auf welche ich nachfolgend noch näher eingehen möchte. In einer Aufbauphase sollte es vornehmlich darum gehen, so viel Gewicht sprich Muskelmasse aufzubauen, dabei jedoch den Körperfettgehalt möglichst gering resp. konstant zu halten. Auf den ersten Blick widersprechen sich diese beiden Vorgaben, doch es ist durchaus möglich beides parallel zu erreichen. Dabei ist jedoch jederzeit zu beachten: Je schneller eine Gewichtszunahme erfolgt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, daß diese zum großen Teil aus Fettgewebe oder Flüssigkeitsretention (was beides nicht wünschenswert ist) besteht. Die Muskelzunahme ist nun mal ein limitierender Faktor, der nicht ohne weiteres ohne Nebenwirkungen maximiert werden kann. Deshalb sollte eine wöchentliche Gewichtszunahme etwa 500g betragen, aber niemals 800g übersteigen. Anders sieht es natürlich kurz nach einem Wettkampf aus, wo mitunter Gewichtszunahmen bis zu 5kg an einem Tag möglich sind. Dieses Gewicht besteht jedoch hauptsächlich aus Wasser und nicht aus Fett. Diese Gewichtszunahme ist nach einer strapaziösen Diät bzw. nach Beendigung einer Meisterschaft auch erwünscht, denn so werden die verloren gegangen Energiespeicher möglichst schnell wieder aufgefüllt, um möglichst rasch in eine anabole Phase für nachhaltige Aufbauzwecke zu gelangen. Dieses Vorgehen sollte jedoch niemals in einer üblichen Aufbauphase vollzogen werden, da ansonsten das neu gewonnene Gewicht fast vollständig aus Fett besteht. Der große Vorteil von Flüssignahrung ist der, daß sie schnell vom Organismus und der Muskulatur resorbiert und aufgenommen wird und den Magen-Darm-Trakt nicht belastet. Des weiteren ist es durch den Einsatz von Flüssignahrung möglich, wesentlich größere und qualitativ hochwertigere Nahrungsmengen (viel Eiweiß/Kohlenhydrate bei moderater Fettaufnahme), welche für Aufbauprozesse unerlässlich sind, aufzunehmen. Dies kann man einmal selber testen, indem man die 1500 Kalorien des Andreas-Standardfrühstücks durch feste Nahrung versucht zu verzehren. Dieses Vorgehen ist beinahe unmöglich und wenn doch, dann nur unter großem Zeitaufwand und Überwindung, was langfristig nicht bewerkstelligt werden kann. Flüssignahrung sollte deshalb die Grundlage einer jeden Aufbauphase mit dem Ziel der maximalen Gewichtszunahme sein, da sie dem Organismus schnell und ohne viel Aufwand qualitativ hochwertige Nährstoffe zur Verfügung stellt.
Ich wollte diesen Abschnitt der Theorien von Andreas Frey hier mal, soweit es erlaubt ist, zur Diskussion freigeben.
Vorrangige Themenpunkte sollen sein :
1.Sinnhaftigkeit in sämtlichen Zusammenhängen (Hobby-Athlet, Profi-Athlet, Tageszeit, Art der Mahlzeit usw.)
2. Gesundheitsfaktor (ist es tatsächlich gesund sich ausschließlich von flüssiger Nahrung zu ernähren? usw.)
3. Umsetzbarkeit (das steht in engem Zusammenhang mit dem 2. Punkt, da ich mir vorstelle das die Ernährung so ausgesprochen einseitig wird)
Wie ihr seht ist der Hauptansatz seiner Theorie, die schnellere Resorbierbarkeit von Flüssigkeit im Verdauungstrakt, verglichen zu "fester Nahrung" (wobei dieser Begriff auch weiter erläutert werden müsste). Dadurch sei es möglich größere Mengen an Nährstoffen (die man sonst nicht zu sich nehmen könnte) auf einmal einzunehmen und spart gleichzeitig Zeit.
Der positive Effekt bleibt mir leider etwas verschlossen. Die Zeitersparnis ist z.T. noch nachvollziehbar, wobei ich die bessere Verdaubarkeit doch schon sehr anzweifeln muss. Meiner Erfahrung nach haben häufige Shakes aus z.B. Haferflocken und Quark den Effekt, dass es gewaltig rumort im Darm. Weiterhin ist mir etwas schleierhaft, wieso es für einen naturalen Hobbyathleten notwendig sein sollte alles flüssig aufzunehmen, da es andererseits nicht möglich wäre genug Nährstoffe aufzunehmen, wo man doch selbst als schwerster Athlet so kaum mehr als 5000kcal am Tag benötigt, die man auch leicht so decken kann? Wenn man seiner Meinung nach (was ich genauso sehe) nicht zu viel, zu schnell, auf einmal zunehmen sollte, warum dann möglichst viele Shakes mit möglichst hohen Mengen an Nährstoffen sprich auch kcal? Übrig bleibt also noch der Ansatz der schnelleren Resorbtion im Magen-Darm-Trakt. Zweifellos mögen Flüssigkeiten schneller aufgenommen werden als "feste" Nahrung, aber was kommt überhaupt als Quelle für den Mixer in Frage?
Richtig, Quark, Haferflocken, Proteinpulver, Eiklar, ggf. Obst und ein paar Dinge mehr, je nachdem wie verrückt man ist und wie stark man den Würgereflex unterdrücken kann.
Abgsehen von vllt dem Obst, sind diese Nahrungsmittel doch aber eigentlich in der Regel solche, die man ohnehin flüssig oder gemeinsam mit Flüssigkeiten zu sich nimmt oder? D.h. diese Lebensmittel wandeln wie alle anderen, egal ob flüssig oder fest als Brei in den Magen, die genannten wie gesagt ohnehin überdurchschnittlich flüssig. Jetzt liegt die Konsistenz der einzelnen Shakes natürlich in der Hand jedes einzelnen. Umso mehr Flüssigkeit wie Wasser man jedoch hinzufügt, desto voller wird der Magen, was wiederum (meiner Erfahrung nach) Verdauungsproblem mit sich bringen kann, statt leichter verdaubar zu sein. Ist die schnellere Resorbtion von Flüssigkeiten also ein Faktor der signifikante Unterschiede bringen kann und den man beachten sollte? In meinen Augen wohl kaum. Aber abgesehen davon, kann eine solche Ernährung nicht besonders abwechslungsreich und ausgewogen sein (->Gesundheit), weil die Lebensmittel Auswahl wie oben beschrieben recht begrenzt ist, was mir wiederum die Frage stellt wie man zu der Bezeichnung "qualitativ hochwertigere Nahrung" dabei kommt.
Übrig bleibt also zu sagen, dass diese Methode für einen Wettkampfathleten von Freys Klasse (relativ) praktikabel sein mag um seinen extrem hohen Energiebedarf bei Zeitmangel zu decken, das als neues Aufbau-Geheimnis mit wissenschaftlichem Hintergrund darzustellen kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Die Überflüssigkeit für Hobbyathleten und die mit dieser Ernährungsform einhergehenden Nachteile sind für mich recht offensichtlich.
Ich will Shakes im allgemeinen deswegen nicht verurteilen, sie können wie gesagt zu bestimmten Zeitpunkten (vor, nach dem training, abends durch bestimmte lebensmittel) nützlich sein, sollten meiner Meinung nach aber nicht die Basis eines Ernährungsverhaltens sein.
Die Seite ist ja recht gut besucht und ich seh schon wieder hunderte von Anfängern den Quatsch nachahmen und glauben sie haben dadurch die Weisheit mit Löffeln gefressen (wie leider häufiger mal bei der Seite von Andreas Frey zu beobachten). Viel ist zu undifferenziert, es erinnert mich an die Trainingsvideos von den Pros, wo die Leute plötzlich ins Studio rennen und 50 sätze Bizeps á 15 Wiederholungen am Kabelzug machen. Aber das soll hier nicht das Hauptthema sein.
Was meint ihr?
Flex

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