Bodybuilding-Forum von BamBams Corner

Normale Version: Servus aus Österreich
Du siehst gerade eine vereinfachte Darstellung unserer Inhalte. Normale Ansicht mit richtiger Formatierung.
Für mich das Schönste:

Ich ließ meinen Engel lange nicht los,
und er verarmte mir in den Armen
und wurde klein, und ich wurde groß:
und auf einmal war ich das Erbarmen,
und er eine zitternde Bitte bloß.

Da hab ich ihm seine Himmel gegeben, -
und er ließ mir das Nahe, daraus er entschwand;
er lernte das Schweben, ich lernte das Leben,
und wir haben langsam einander erkannt...

Rainer Maria Rilke, 22.2.1898, Berlin-Wilmersdorf

http://rainer-maria-rilke.de/
Leute, der überfeinerte Rilke verdient jetzt in diesem Thread einen echten Kontrapunkt. Also zur Abwechselung zwei echte Gedichte, von zwei seiner (Fast-)Zeitgenossen, denen nichts am Rilkeschen Wortgeklingel lag:

Jean Arthur Rimbaud (1854-1891):
Schande der Beklemmung

Warum hat ein Degenstoß das fette Hirn nicht so
durchbohrt, dass Erde rot zur Erde rinnt:
will dieser Kohlkopf, aufgebläht von Stroh,
uns noch tiefer ducken, als wir bereits gesunken sind?

Man müsste ihm die Ohren und die Nase auch
fortschneiden. Oder das verdammte Maul
voll Steine packen, kreuz und quer den Bauch
zerfetzen. Aber der Gestank so grün und faul...

Man könnte Mitleid haben... aber hier wird Mitleid Fluch.
Denn wenn der Degen nicht den Kopf zerhackt,
der Bauch nicht platzt wie durchgeschwitztes Tuch
und mit dem Dreck zum Abfall sackt:

wird dieses grässlichste Reptil der Welt uns so
Natur verekeln, dass uns vor uns selber graut.
Doch dass ich nicht schon nach dem ersten Tage floh:
das brennt wie Fluch des Kainszeichen die Haut.



Charles Baudelaire (1821-1867):
Ein Aas

Denkst Du daran, mein Lieb, was jenen Sommermorgen
Wir sahn im Sonnenschein?
Es war ein schändlich Aas, am Wegrand kaum geborgen
Auf Sand und Kieselstein

Die Beine hochgestreckt nach Art lüsterner Frauen,
Von heißen Giften voll
Ließ es ganz ohne Scham und frech den Leib uns schauen,
Dem ekler Dunst entquoll.

Die Sonne brannte so auf dies verfaulte Leben,
Als koche sie es gar
Und wollte der Natur in hundert Teilen geben,
Was sie als eins gebar.

Der Himmel blickte still auf dies Gefaule nieder,
Wie er auf Blumen schaut.
So furchtbar war der Dunst, dir schauderten die Glieder
Von Ekel wild durchgraut.

Die Fliegen hörten wir summend das Aas umstreichen
Und sahn das schwarze Heer
Der Larven dicht gedrängt den faulen Leib beschleichen,
Wie ein dickflüssiges Meer.

Und alles stieg und fiel aufsprudelnd, vorwärtsquellend
Nach Meereswogen Art,
Fast schien's als ob dem Leib, von fremdem Leben schwellend,
Tausendfach Leben ward.

Und seltsame Musik drang uns von da entgegen,
Wie Wind und Wasser singt,
Wie Korn, das in dem Sieb mit rhythmischem Bewegen
Die Hand des Landmanns schwingt.

Die Formen ausgelöscht wie Träume und Legenden,
Entwürfe stümperhaft,
Die halbverwischt die Hand des Künstlers muss vollenden
Aus der Erinnerung Kraft.

Und eine Hündin lief unruhig dort hinterm Steine,
Uns traf ihr böser Blick,
Erspähend den Moment, zu reißen vom Gebeine
Das aufgegebne Stück. -

Und doch wirst einstmals du dem grauen Schmutz hier gleichen,
Dem Kehricht ekelhaft,
Du meiner Augen Licht, du Sonne ohnegleichen,
Stern meiner Leidenschaft.

Ja, so wirst du dereinst, o Königin der Güte,
Nach letzter Ölung sein,
Wenn Du verwesend liegst tief unter Gras und Blüte
Bei schimmelndem Gebein.

Dann, Schönheit, sag dem Wurm, der dich zerfleischt mit Küssen,
Wie treu ich sie gewahrt
Die Göttlichkeit des Wesens, das zersetzt, zerrissen
Von meiner Liebe ward.
In der Tat ein Gegensatz - zu Rilke, wie zu den Weihnachtsgrüßen
die damit verbunden waren...

Eigentlich ja eine typisch bayerische Eigenart:

I bin dageng!

MoosBummerl schrieb:
In der Tat ein Gegensatz - zu Rilke, wie zu den Weihnachtsgrüßen
die damit verbunden waren...

Immerhin: Befreiung und Liebe.
Weihnachtlicher geht's ja schon nicht mehr. Wink

MoosBummerl schrieb:
Eigentlich ja eine typisch bayerische Eigenart:

I bin dageng!

Oh, ich bin durchaus für Rilke zu haben. Hinten auf Kalenderblättern oder als Unterrichtsmaterial an der VHS für gelangweilte Hausfrauen. Evil

Gimli!!! Wir haben Weihnachten! Schon bemerkt? Da will ich keine Antithesen dazu haben. Die hat man ohnedies die restlichen 364 Tage des Jahres! Angry
Dennoch: Möge der Friede der Heiligen Nacht auch Dich erreichen! Hello

wolsch schrieb:
Gimli!!! Wir haben Weihnachten! Schon bemerkt? Da will ich keine Antithesen dazu haben. Die hat man ohnedies die restlichen 364 Tage des Jahres! Angry

Ich dachte immer, die Antithese zu Weihnachten ist Karfreitag? Oder zumindest der Internationale Anti-Diät-Tag (6. Mai )?
Aber gut, keine Antithesen mehr. Smile

wolsch schrieb:
Dennoch: Möge der Friede der Heiligen Nacht auch Dich erreichen! Hello


Dito! Knuddel

Braver Pinguin!Cheers

wolsch schrieb:
Braver Pinguin!Cheers

Ich will Dich ja auch nicht unnötig ärgern. Als Moped-Fahrer hast Du es im Straßenverkehr ja schon schwer genug. Smile

Danke, Gimli! Sehr fürsorglich. Derzeit geht es aber im Straßenverkehr - auch als Mopedfahrer. Da setz ich mich einfach ins Auto und schalt´ die Heizung ein ... ggg Zwinker

Spirit schrieb:

amazone schrieb:
Spirit, was machst du denn beruflich? Wo wir wieder bei den Berufen wären! Big Grin  


ich bin fotografin, daher auch das berufliche interesse an deinen bildern.

@jungs: Bääh


Spirit, ich hab´s mir fast schon gedacht! Big Grin Zwinker
Bist sicher eine sehr gute Fotografin!

Seiten: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24
Referenz-URLs