Bodybuilding-Forum von BamBams Corner

Normale Version: Wie geht Ihr mit Tiefschlägen um?
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Sledge1 schrieb:

BamBam schrieb:
Übrigens, Thema Alkohol, sicher ist das keine Lösung. Aber manchmal, so habe ich festgestellt, kann ein ordentliches Besäufnis auch den Kopf freimachen und gut für die Seele sein. Nicht in Beziehungsdingen, da bemitleidet man sich dann nur noch mehr, aber in anderen Situationen habe ich das schon positiv erlebt.


macht er deine kopf wirklich frei?? ich denke, nur für den moment, aber wenn deine sinne wie klar sind, dann ist das problem oder der grund für dein besäufnis noch immer da.

also kann alk weder eine lösung sein, noch den langfristig den kopf frei machen...

Ich denke, was BamBam mit "Kopf freimachen" meint, ist, daß die Welt am nächsten Tag vielleicht schon wieder anders aussieht, daß man etwas klarer sieht - möglicherweise so, wie wenn man etwas "überschlafen" muß.

Für mich wäre Alkohol allerdings auch keine Hilfe. Für mich ist es manchmal wichtiger, wenn ich mich bei jemandem "ausheulen" kann, auch wenn mir derjenige eigentlich gar nicht helfen kann, aber es ist manchmal schon sehr hilfreich, wenn einfach jemand da ist, der zuhört.

Cory schrieb:

Sledge1 schrieb:

BamBam schrieb:
Übrigens, Thema Alkohol, sicher ist das keine Lösung. Aber manchmal, so habe ich festgestellt, kann ein ordentliches Besäufnis auch den Kopf freimachen und gut für die Seele sein. Nicht in Beziehungsdingen, da bemitleidet man sich dann nur noch mehr, aber in anderen Situationen habe ich das schon positiv erlebt.


macht er deine kopf wirklich frei?? ich denke, nur für den moment, aber wenn deine sinne wie klar sind, dann ist das problem oder der grund für dein besäufnis noch immer da.

also kann alk weder eine lösung sein, noch den langfristig den kopf frei machen...

Ich denke, was BamBam mit "Kopf freimachen" meint, ist, daß die Welt am nächsten Tag vielleicht schon wieder anders aussieht, daß man etwas klarer sieht - möglicherweise so, wie wenn man etwas "überschlafen" muß.

Für mich wäre Alkohol allerdings auch keine Hilfe. Für mich ist es manchmal wichtiger, wenn ich mich bei jemandem "ausheulen" kann, auch wenn mir derjenige eigentlich gar nicht helfen kann, aber es ist manchmal schon sehr hilfreich, wenn einfach jemand da ist, der zuhört.



genau das finde ich nicht.....der kopf ist danach nicht klarer, weil die realität keine andere ist. ich halte es eher für eine art von zeitlichen verdrängen....besser mal ausheulen, also die emotionen rauslassen.....

ich gehe dann meist ins studio und vernichte mich, danach hab ich die innere ruhe und ausgeglichenheit um für mich eine lösungsmöglichkeit zu finden....

Sledge1 schrieb:
ich gehe dann meist ins studio und vernichte mich, danach hab ich die innere ruhe und ausgeglichenheit um für mich eine lösungsmöglichkeit zu finden....

Nach dem Studio ist die Realität aber auch keine andere Wink

Ich hab das oben nochmal konkretisiert, das Posting ist auf der Seite vorher.

Suche nach innerer Ruhe funktioniert bei mir im Studio nicht. Die Satzpausen sind lang genug, dass ich zurück in meine Gedanken komme...
Was gut funktioniert, ist, ein Stündchen laufen zu gehen. Die frische Luft, die ungewohnte Umgebung und der monotone Schritt- und Atemrhythmus bringen mich wirklich ’raus aus dem Alltag.

ilpadre schrieb:
Suche nach innerer Ruhe funktioniert bei mir im Studio nicht. Die Satzpausen sind lang genug, dass ich zurück in meine Gedanken komme...
Was gut funktioniert, ist, ein Stündchen laufen zu gehen. Die frische Luft, die ungewohnte Umgebung und der monotone Schritt- und Atemrhythmus bringen mich wirklich ’raus aus dem Alltag.


Mir geht es auch soo. Bin aber froh wenn ich mal nicht so ist und man einfach nur trainiert.

Cory schrieb:
(@ Gimli: mit der Kombination von Sex und Schokolade hab ich's noch nicht probiert).

Ich dachte eigentlich eher an ein Nacheinander oder Voreinander von Sex und Schokolade, statt an eine direkte Kombination. Aber Sex und Schokolade (Nutella etc.) lassen sich natürlich auch verbinden. Was den Vorteil hat, dass man die Kalorien, die man durch die Schokolade aufnimmt, gleich wieder in Bewegungsenergie umsetzt. Wink

Squatting Bull schrieb:
die reaktion: "man ist das furchtbar, das bringt mich um" ist also nie berechtigt! der gedanke daran oder darüber löst derartige gefühlsreaktionen aus!

Ich schmeiße Dir mal einen Link zum Werk von Epiktet hin:
http://www.uni-rostock.de/fakult/philfak...iktet.html

Epiktet schrieb:
Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern ihre Urteile und Meinungen über sie. So ist zum Beispiel der Tod nichts Furchtbares - sonst hätte er auch Sokrates furchtbar erscheinen müssen -, sondern nur die Meinung, er sei furchtbar, ist das Furchtbare. Wenn wir also in Schwierigkeiten geraten, beunruhigt oder betrübt werden, wollen wir die Schuld niemals einem anderen, sondern nur uns selbst geben, das heißt unseren Meinungen und Urteilen.


Epiktet könnte Dir zusagen. Smile

Gimli schrieb:

Epiktet schrieb:
Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern ihre Urteile und Meinungen über sie. So ist zum Beispiel der Tod nichts Furchtbares - sonst hätte er auch Sokrates furchtbar erscheinen müssen -, sondern nur die Meinung, er sei furchtbar, ist das Furchtbare. Wenn wir also in Schwierigkeiten geraten, beunruhigt oder betrübt werden, wollen wir die Schuld niemals einem anderen, sondern nur uns selbst geben, das heißt unseren Meinungen und Urteilen.



diese Zeilen empfinde ich zum einen sehr stimmig, weil ich es halt auch so sehe, daß unsere Emotionen immer von unserer Bewertung abhängen.
Zum anderen lassen sie mich aber auch an die tausende von Esoteriktanten und -onkels denken, die meinen, den Stein der Weisen gegessen zu haben, wenn man versucht die Realität dann so umzudeuten, daß die Realität zu den Emotionen paßt, die man anders nicht integrieren kann. Frei nach dem Motto: finde ich eine Sache furchtbar, dann definier den Rahmen einfach um und dann paßt es wieder. Und plötzlich wechseln wir unsere Religion, unser Geschlecht, unsere Glaubensrichtlinien - und peng ist die Welt wieder ganz.

Wir leben aber alle in einer bestimmten Kultur - und egal, was wir tun oder wohin wir gehen, wir nehmen sie mit. So wird ein Europäer immer christlich denken und im Restaurant keinen Hund bestellen, ein Chinese direkten Widerspruch immer als unhöflich empfinden und ein Amerkaner dem Scheitern im Job wohl nie diese Tragik abgewinnen können.

Cory schrieb:
Für mich ist es manchmal wichtiger, wenn ich mich bei jemandem "ausheulen" kann, auch wenn mir derjenige eigentlich gar nicht helfen kann, aber es ist manchmal schon sehr hilfreich, wenn einfach jemand da ist, der zuhört.


ja, das geht mir oft ganz genauso

zwergerl schrieb:
diese Zeilen empfinde ich zum einen sehr stimmig, weil ich es halt auch so sehe, daß unsere Emotionen immer von unserer Bewertung abhängen.
Zum anderen lassen sie mich aber auch an die tausende von Esoteriktanten und -onkels denken, die meinen, den Stein der Weisen gegessen zu haben, wenn man versucht die Realität dann so umzudeuten, daß die Realität zu den Emotionen paßt, die man anders nicht integrieren kann. Frei nach dem Motto: finde ich eine Sache furchtbar, dann definier den Rahmen einfach um und dann paßt es wieder. Und plötzlich wechseln wir unsere Religion, unser Geschlecht, unsere Glaubensrichtlinien - und peng ist die Welt wieder ganz.


Es geht Epiktet nicht um ein Umdeuten der Realität. Er verlangt das, was man 2000 Jahre nach ihm in Konstruktivismus und Systemtheorie "Das Beobachten des Beobachters" nannte. Er sagt ja nicht: "Leugnet den Tod" und schon gar nicht "Deutet den Tod in etwas Schönes um". Er sagt: Macht Euch deutlich, Reflektiert darüber, dass es Tatsachen gibt und Ihr Vorstellungen davon besitzt. Also genau das Gegenteil von dem, was die Esoteriker tun, wenn sie Tatsachen verdrehen, umdeuten und leugnen.

Natürlich kann man Epiktets Position entgegnen, dass er zwar nicht die Tatsachen buchstäblich "wegrationalisiert" (wie die Pappnasen der Esoterik-Fraktion), sondern QuotenurQuote die Emotionen, die der Einzelne damit verbindet -- und dass das gar nicht so einfach ist, weil Gefühle verdammt eng mit unserer Sozialisierung verknüpft sind. Aber das gibt Epiktet sogar völlig frei zu, indem er sagt: Zeigt mir einen echten Stoiker, nur einen!

Es geht also nicht um das Umdeuten von Realität, sondern ausschließlich um das Reflektieren über das eigene Verhalten und die eigene Innenwelt gegenüber den Tatsachen.

zwergerl schrieb:
Wir leben aber alle in einer bestimmten Kultur - und egal, was wir tun oder wohin wir gehen, wir nehmen sie mit. So wird ein Europäer immer christlich denken und im Restaurant keinen Hund bestellen, ein Chinese direkten Widerspruch immer als unhöflich empfinden und ein Amerkaner dem Scheitern im Job wohl nie diese Tragik abgewinnen können.

Natürlich. Aber diese Art von Reflektion wie Deine, ist genau das, was Epiktet fordert.

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