Bodybuilding-Forum von BamBams Corner

Normale Version: Reizintervalle und Muskelwachstum
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@ Guidchen

Sofern kein Wettkampf ansteht probier das einfach durch...

Ich würde in diesem Fall allerdings die Wiederholungszahlen
im Bereich der ersten Einheit belassen und lediglich die Last
reduzieren. Zudem würde ich vermuten, dass der Trizep in
diese Aufteilung sehr kurzfristig streiken würde - alternativ
wäre also dann:

Mo: Brust-Schulter-Trizep
Mi: Beine
Fr: Rücken-Bizep

So gehen auch die Bankdrücker daran um dem Trizep die Zeit
zur Regeneration zu geben.

Patrick schrieb:
Ich habe das mit der Aufteilung und der submaximalen Belastung nicht verstanden.

Bedeutet das z.B.: Jeden Muskel 2x die Woche, bei der ersten Einheit schweres Gewicht und wenige Wiederholungen, bei der zweiten Einheit weniger Gewicht und mehr Wiederholungen aber trotzdem bis zum Muskelversagen oder wie Gimli meinte, in der zweiten Einheit weniger Gewicht aber nicht bis zur maximalen Wiederholungszahl?



Die goldene Regel im Sport: Es gibt keine Regel

Beides sind vertretbare Ansätze, die Studie unterscheidet aber
zunächst nicht zwischen leichten und schweren Einheiten und
resultiert gleichwohl in guten Ergebnissen hinsichtlich des
Muskelwachstums.

Zweite Belastung mit höherer Wiederholungszahl würde dem
Ansatz von Hatfield folgen der eine adäquate  Beanspruchung
des Muskels in allen Bereichen fordert.

Zweite Belastung mit geringerer Last findet bisweilen etwa im
K3K Anwendung.

BamBam schrieb:
...
Das ist ein System, das ich sehr gerne bei Klienten von mir einsetze. In meinen Augen für einen 2er-Split perfekt. Leider ist aber vielen die 2. Einheit mit moderatem Gewicht zu "langweilig".
...


Naja, ich würde es nicht als zu langweilig betrachten, aber es ist schwieriger, aufmerksam bei guter Technik höhere Wiederholungszahlen zu machen (wo man dann weiß, bei ein bissl Abfälschen schafft man noch mehr Wiederholungen) als beim Maxkrafttraining, wo es entweder noch eine Wiederholung mehr gibt oder man verkackt. Evil

soooo
ich hab einfach mal direkt ne leichte Zusatzeinheit ausprobiert:

Zitat:
heute erste Zusatzeinheit Brust-leicht:

Kh-Flachbank:
20 x je 22,5 kg
15 x je 22,5 kg
15 x je 22,5 kg mit betonter Dehnung in der untersten Position
beschränkte ROM-nur 3/4 hoch um den Trizeps möglichst raus zu halten...

Kh-Schrägbank:
15 x je 22,5 kg
15 x je 22,5 kg mit betonter Dehnung in der untersten Position
beschränkte ROM-nur 3/4 hoch um den Trizeps möglichst raus zu halten...


Gruß

Guido




Die aktive Dehnung mit dem relativ leichten Gewicht hat sehr gut getan. Nun bin ich mal gespannt, wie ich darauf reagiere und ob es evtl. Überlastungserscheinung gibt (Schulter, Trizeps) Gerade mit der Schulter muss ich sehr aufpassen, bin noch in der Wiederaufbauphase nach einer Schulter-OP (Impigmentsyndrom)


Gruß

Guido Hello

Der Vollständigkeit halber komme ich nochmals auf die Studie
des Anfangspostings zurück. Eine Freundin, die in Statistik und
Methoden ungemein tief steckt, hat sich die Mühe gemacht über
die Abhandlung zu sehen und mir einige Anmerkungen hierzu
übermittelt:

#########################################

1)
Die Anfängergruppe hatte mindestens ein halbes Jahr
Trainingserfahrung. Das ist zunächst sinnvoll wegen dem
adaptierten Trainingsablauf.

Aber: Was heißt mindestens? Die Anfängergruppe hätte auch
1 3/4 Jahre Erfahrung haben können um dieses Kriterium zu
erfüllen, damit wäre der Unterschied zur zweiten Gruppe mit
"mindestens zwei Jahre Erfahrung" praktisch nicht vorhanden.
Es ist also möglich, dass er eigentlich nur eine einzige Gruppe
untersucht.

2)
Die Gesamtgruppe besteht aus 60 Männern, 10 pro Gruppe -
das ist ein sogenanntes Quotaverfahren das zumeist aus
Kostengründen Anwendung findet.

Aber: Dieses Verfahren ist nicht zufällig und damit gelten
die ganzen Ergebnisse eventuell nicht mehr, weil nur eine
Zufallsstichprobe gewährleistet, dass man ein Signifikantes
Abbild von der Grundgesamtheit bekommt.

3)
Die Stichprobe für die einzelnen Gruppen sind definitiv zu
klein angelegt - Spasseshalber könnte man auch einen
hochsignifikanten Zusammenhang bei zwei Testpersonen
finden.

4)
Es fehlt ein deutliches Vergleichsmerkmal - etwa der Muskel-
zuwachs des Einzelnen vor dem Testzeitraum. Dies hätte vorab
gemessen werden müssen um Vergleichsdaten zu erhalten.

5)
Den Probanden wurde zur Auflage gemacht, ihr Rückentraining
am selben Tag durchzuführen und die Armbeuger an allen
anderen Trainingstagen soweit wie möglich zu entlasten.

Das bedeutet streng genommen, dass man eigentlich gar
nichts weiß, so hat der Eine eventuell doch fünf Mal trainiert
und der Andere zweimal...Eine genaue Aussage hätte sich
ergeben wenn das Experiment unter Kontrolle verlaufen wäre.

6)
Die Studie schreibt zu den Anfängern:
In allen drei Gruppen kam es zu signifikanten Veränderungen
des Muskelvolumens, wobei die Anpassungen in der Gruppe
mit einer Trainingseinheit pro Woche mit 3,9 ± 5,2 % die
geringsten waren. Das kann nicht sein, wenn bei den Sechs
anderen nichts zu verzeichnen ist.

Das gleiche Bild zeichnet sich bei den Erfahrenen ab:
Auch hier ist bei allen ein Muskelzuwachs nachweisbar, auch
bei einmal Belastung die Woche. Das könnte darauf hinweisen,
dass die Erfahrenen sich doch nicht so sehr von den Anfängern
unterscheiden.

Aber:
Die Ergebnisse sind dann nicht signifikant, was bedeutet dass
das Ergebnis auch vollständig falsch sein kann.

7)
Spannend: Die Anfängergruppe mit einer Wiederholung
hat zwar einen Signifikanten Kraftzuwachs, aber keinen
Muskelaufbau - das hängt zunächst wohl mit der Intra-
muskulären Koordination zusammen (Stichwort: IK-Training).

Interessant ist hier also nur die erste Gruppe bei den
Fortgeschrittenen - diese haben auch keinen Muskelaufbau,
aber die Frage bleibt: Wieso?

8)
Eine Kombination aus Belastungsintensität und Belastungs-
volumen, die bei Hochtrainierten innerhalb eines relativ
kurzen Trainingszyklus zu messbaren Erfolgen führt, sollte
geeignet sein, auch bei Trainingsanfängern zu wirken. Eine
Gefahr hierbei wäre dabei jedoch in einer Überlastung der
Anfänger zu sehen.
Da jedoch hierfür innerhalb des Untersuchungszeitraums
jeglicher Hinweis fehlte, ist es erstaunlich, dass die Trainings-
erfolge der Anfängergruppen sich sowohl bei den Hypertrophie-
effekten wie auch bei der Entwicklung der dynamischen
Maximalkraft nicht eindeutig von denen der Fortgeschrittenen
unterschieden.

Dies könnte die Vermutung stützen, dass bei den eher
krafttrainingsunerfahrenen Probanden im Umfeld der
Untersuchung die zuvor beschriebenen Störgrößen zum Teil
und in unterschiedlichem Ausmaß zum Tragen kamen, was
eventuell vorhandene Unterschiede verschleiern könnte.

9)
In der Gruppe F3 fanden sich nur noch drei Sportler, bei denen
ein nennenswerter Trainingserfolg ausblieb. Das sind 30%
In der ersten Gruppe ist bei sechs Personen nichts passiert
und deshalb kann man hier nicht von Zuwachs sprechen.

#########################################

Das Fazit:
Diese Studie ist an sich ein guter und sauberer Versuch an
das Thema ranzugehen und es wurde bestmöglich versucht
statistisch sauber zu arbeiten - die Gruppengröße lies einfach
keine besseren Ergebnisse zu. Deshalb wirft sie viele Fragen
auf, die auch der der Autor am Ende verwundert festhält. Dies
wird vor allem in den letzten Sätzen kenntlich. Eine verwertbare
Aussage über einen Vorteil der erhöhten Reizdichte erhalten wir
aber wohl abermals nicht.
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