Schon seit längerer Zeit bin ich auf der Suche nach HIT- Artikeln in deutscher Verfassung, da es diese selten in deutscher Sprache gibt. Es war mir eine Freude, einen Artikel über die Trainingsphilosophie HIT auf deutsch zu finden. Doch als ich mir den Artikel zu Gemüte führte, verschlug es mir die Sprache und ich fragte mich, ob das, was ich da lese, wirklich wahr ist: Ein Artikel voller Fehler und Widersprüche. Natürlich möchte ich hier nicht einfach nur Behauptungen in den Raum stellen, sondern auf diese Fehler eingehen:
Fehler Nr.1:
Wie das I in HIT schon sagt, steht die Intensität im Mittelpunkt des Trainingssystems. Ihr wird alles untergeordnet. Dabei definiert sich die Intensität nicht durch Trainingsdauer oder Satzzahl, sondern durch die Leistung, die wiederum durch in der Trainingszeit verrichtete Arbeit gemessen wird. Je kürzer die benötigte Zeit bei gleicher Arbeitsleistung, desto höher die Intensität. Zusätzlich kommen allerlei Intensitätstechniken wie Vorermüdung, Reduktionssätze, Supersätze, Intensivwiederholungen, etc. zum Einsatz um den Zielmuskel möglichst weit an den Rand des absoluten Muskelversagens zu führen
Den ersten Fehler sehe ich hier in der Definition des Abschnitts Trainingsintensität. Nicht die Intensität spielt hier die entscheidende Rolle, sondern der einmalige Reiz zu Hypertrophie. Die Intensität ist nur Mittel zum Zweck.
Außerdem gilt ihre Definition der Physik und nicht für HIT. Die Intention ist es nicht innerhalb kurzer Zeit eine möglichst hohe Last zu bewegen, sondern die Technik und die Kadenz stehen im Vordergrund, die aber einem nicht ermöglichen, innerhalb kurzer Zeit große Arbeitsleistung zu verrichten. Ein Widerspruch ist es, diese Arbeitsleistung in kurzer Zeit auf Intensitätstechniken wie Reduktionssätze und erzwungene Wiederholungen zu übertragen. Desweiteren werden Intensitätstechniken im HIT auch nur ,,dosiert" angewendet.
Fehler Nr 2:
Dies ist der nächste Fehler. Die Pausen sollen nicht kurz gehalten werden, sondern sollen sich im Bereich von 2 Minuten befinden, damit der Athlet bei der nächsten Übung wieder ,,frisch" sein kann.
Außerdem geben sie an die Intensität durch die Steigerung von Gewichten zu steigern. Klar ist Progression wichtig, doch werden im HIT ,,dosiert" Intensitätstechniken eingesetzt, mit den man über das permanente Muskelversagen gelangen soll, worin die Intensität des Trainings gesteigert werden soll.
Fehler Nr.3:
Es fehlt hier eine nähere Definition des Wortes ,,gering". HIT beruht nicht darauf geringe Wiederholungen zu absolvieren, sondern einen Wiedeholungsbereich 4-12 Wdh ür den Oberkörper und 12- 20 für den Unterkörper, außer Waden, anzustreben. Sehen sie hier als Beweis ,, HIGH INTENSITY TRAINING- The Mike Mentzer Way" und ,, Heavy Duty" sowie ,,Heavy Duty Journal".
Fehler Nr 4:
Das Abfälschen und die Bewegungsgeschwindigkeit haben nur bedingt miteinander zu tun. Man kann auch mit langsamen Wiedeholungen abfälschen.
Fehler Nr 5:
Ein Fortgeschrittener muss nicht 5x die Woche trainieren. Es gibt auch Fortgeschrittene die 3 oder sogar 2 x die Woche trainieren.
Fehler Nr 6:
Studien haben gezeigt, dass die Ausschüttung von anabolen (=aufbauenden) Hormonen beim Training nach etwa 45 min. ihren höchsten Punkt erreicht. Nach 45min. hingegen sinkt diese wieder und die Produktion kataboler (=abbauender) Hormone steigt an. Daher ist die optimale Dauer einer Trainingseinheit begrenzt. Beim HIT wird aber diese begrenzte Zeit effektiv genutzt.
Die Hormonausschüttung hängt nicht nur von der Dauer des Trainings ab, sondern auch von der Anhäufung von Laktat in den Muskeln, was ja grade beim HIT Training, aufgrund der langsamen Bewegungsausführung, die dazu führt, dass der Energiegewinn über die anaerobe Glykolyse läuft, was wiederum zur Folge hat, dass Laktat gebildet wird, meist Standard ist.
Fehler Nr 6:
Dazu habe ich mich bereits bei Punkt 4 geäußert.
Fehler Nr 7:
Gerade die Verletzungsgefahr, die ja beim Anfänger, weil gering, eher für das HIT-System spricht, ist genaugenommen eine der größten Negativseiten ab einem gewissen Entwicklungsstand. Für einen Anfänger mögen die schweren Gewichte durch das Trainingstempo ungefährlich sein, da er zu strikter Technik gezwungen wird, aber was ist mit einem fortgeschrittenen oder gar Leistungs-/Wettkampfathleten? Für ihn reicht die Intensität eines Anfängers nicht aus. Vielmehr muss er, um weiterhin gute Fortschritte zu erzielen mit einer deutlich höheren Trainingsintensität agieren, weiterhin aber bei schwersten Gewichten und geringer Satzzahl. Die Empfindlichkeit der Muskulatur eines Leistungssportler ist aber wesentlich anfälliger für Muskel- und Sehnenrisse.
Hier haben sie nicht beachtet, dass Anfänger für da HIT Training noch nicht geeignet sind. Anfänger sind noch nichtmal inder Lage, richtige motorische Einheiten zu verrichten und die nötige ,,neuronale Anforderung" in einen Satz zu investieren. Deshaöb befürwortet die HIT Philosophie, dass Anfänger sich nicht HIT widmen sollten, sondern eher Fortgeschriettene Athleten , die auf jahrelange Trainingserfahrung zurückblicken können.
Fehler Nr 8:
Wie bereits beschrieben sollte beim HIT-Training ein eher langsames Tempo, ausgedrückt in der Kadenz, angestrebt werden. Hierfür müssen die Trainingsgewichte entsprechend reduziert werden.
Hier widersprechen sie folgenden Abschnitt, den ich oben bereits angesprochen hatte...
Fehler Nr 9:
Es ist beweisen, dass kombinierte Belastungen, nämliche exzentrische, konzentrische und isometrische, als nur eine einzelne. Doch grade beim HIT, werden diese 3 Bereiche abgedeckt. Siehe hier Kadenz 4/2/4. Wer eine Minute gegen die Wand drückt, der hat nur den exzentrischen Teil abgedeckt. Das HIT Training lebt von der Kadenz, auch von der exzentrischen Phase, die sogar 2 Sekunden isometrisch belastet wird.
Fehller Nr 10:
Dieser Teil ist eben falsch! Dorian Yates hat mit einer schnellen konzentrischen und einer langsamen exzentrischen Phase trainiert. Doch genau wegen der schnellen konzentrischen Phase, indem er das Gewicht ja fast schon schleuderte, hat er sich seine Verletzungen zugezogen und nicht wegen HIT an sich selbst.
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Ich möchte natürlich keinen falschen Eindruck bei Ihnen hinterlassen, da es mir jeglicher Entfernung liegt, ihr Wissen und ihre Kompetenz sowie ihre Fähigkeiten in Frage zu stellen. Die Argumente sind nicht nur meine, sondern vieles stammt von einem guten Freund, dessen Argumentationen ich noch selber einpaar eingefügt habe. Meine Kritik gilt diesem Artikel, der vielen Athleten unseres Sports ein falsches Bild von HIT hinterlässt und der leider zeigt, dass sie sich nicht wirklich mit der Thematik HIT beschäftigt, geschweige den je danach trainiert haben.
Grüße Lefty

