Bodybuilding-Forum von BamBams Corner

Normale Version: Braucht der Sport ein Anti-Doping-Gesetz?
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Hi Leute,

nachdem es in der letzten Woche keine Umfrage der Woche gab, möchte ich diesmal ein etwas kontroverseres Thema, gerade im Bodybuilding aufgreifen, das sich ziemlich am Rande unserer Netiquette bewegt. Dennoch denke ich, daß es bei uns so gesittet zugeht, daß man darüber diskutieren können sollte.

Wer die Berichterstattung in der letzten Zeit verfolgt hat, der hat sicher mitbekommen, daß ein eigenes Anti-Doping-Gesetz vom Tisch ist, sondern ein Gesetz eingebracht werden soll, daß den Besitz größerer Mengen von Anabolika unter Strafe stellt.
Damit sollen nicht die Sportler kriminalisiert werden, die kleinere Mengen für den Eigenbedarf daheim haben und die weiterhin der Sportgerichtsbarkeit unterliegen (sofern es die in dem jeweiligen Verband gibt Wink ), sondern eher die Hintermänner angegangen werden. Bislang war es nämlich so, daß alleine der Besitz nicht strafbar war, sondern Handel nachgewiesen werden musste. In Zukunft, sofern das Gesetz beschlossen wird, reicht der Besitz größerer Mengen für ein Strafverfahren aus.

Nun würde ich gerne Eure Meinung dazu wissen. Wie seht Ihr das? Brauchen wir ein Anti-Doping-Gesetz, das die aktuelle Gesetzgebung verschärft? Oder reicht die aktuelle Gesetzgebung aus? Das ganze unabhängig von der Regelung, die im Moment vorgesehen ist, lasst einfach Euren Gedanken freien Lauf.

Die Umfrage ist natürlich anonym, jeder kann also einfach abstimmen. Dennoch würde ich mich über ein paar Statements dazu natürlich interessieren.

Und bitte lasst das nicht in eine wüste Forenschlägerei ausarten, ja? Wink

Grüße Hello
BamBam
Ich habe mich für"keine richtige Meinung" entschieden.
Ich denke wenn der Handel mit Drogen etc strafbar ist, dann sollte es auch der Handel mit Dopingmitteln sein, oder? Schon während ich diesen Satz schreibe, kommen mir schon wieder Zweifel an dessen Richtigkeit auf.

Lasst mich mal versuchen eineige Beispiele zu zeigen:

Man könnte sagen jemand der dopt, macht es aus eigener "Überzeugung" und ist nicht dazu verleitet worden wie viele, die im Minderjährigenalter den Drogen verfallen. Aber ist das so? Es gibt mit Sicherheit einige Fast-Anfänger, die gleich mit der Frage konfrontiert werden, "..wollt ihr nicht auch was machen damit ihr besser aufbaut?"
Das wäre dann dasselbe wie mit den Drogen.

Neues Bsp. Wenn ein Sportler mit seinen Leistungen noch nicht zufrieden ist, obwohl er schon einen überdurschnittlichen Körper hat und selbst meint sich natural nicht weiterentwickeln zu können, nuss er wohl oder übel zum Doping greifen.
Kann man so jemaden verbieten Dopingmittel einzusetzen? Ich denke nicht, denn wenn man jemandem verwährt sein Äußeres, troz der ihm bekannten Risiken, zu verbessern, dann müsste man auch Schönheits-Op's verbieten.

Es ist ein schweres Thema und ich bin froh dass ich es nicht entscheiden muss.
Nun, dann gebe ich mal mein Statement zu diesem Thema ab.
Ich bin nicht dafür das der einzelne Sportler der für den Besitz von Mengen für den Eigenbedarf durch den Staat verfolgt oder bestraft wird (dies sollen die einzelnen Verbände etc. regeln, wenn sie dies den ernsthaft wollen). Allerdings bin ich stark für die Verfolgung der Dealer die teilweise Stoff an ahnlose Kids etc. verticken und sich dabei eine goldene Nase verdienen. Das auch vor dem Hintergrund das oftmals verunreinigte Mittelchen in Umlauf gebracht werden.

Jeder Sportler der über 18 Jahre alt ist, sollte selber entscheiden können was er seinem Körper antut und was nicht (ist ja beim Alkohol auch nicht anders).
Ich bin übrigens Life-Time Natural
ich habe mal für "ja" gestimmt, aber mit dem bewusstsein das ein solches gesetz vermutlich nicht viel bewegen wird.

sozusagen als letzter (obligatorischer) versuch etwas in richtung sauberkeit des sports zu bewegen, was meiner meinung nach erstrebenswert wäre.

wenn der sport wirklich sauber werden würde, würde das einen massiven einbruch der leistungen in jeder sportart bedeuten, was wohl auch einen maechtigen ruck durch die gesellschaft bedeuten würde.

ich kann auch nicht so tun als wenn eine änderung von 100m in 9,7s auf 10,6s spurlos an mir vorbei gehen würde, aber ich denke wenn man alle rekorde annulieren würde (was ein großes problem wäre und konflikte heraufbeschwören würde, da mancher eventuell natural erleistet wurden), könnte man das augenmerk auch langsam von unnatürlichen leistungen weglenken.




flex
Ich habe mit "nein" gestimmt, denn was würde es ändern?
Solange es um Milliardenumsätze im Sport geht wird es immer wieder Doping geben. Und diejenigen die bisher auf "Super" gelaufen,geradelt und geschwommen sind(und viele andere Sportarten mehr) werden es auch mit neuer Gesetzgebung machen.
Solange nicht auf der ganzen Welt einheitliche Regelungen gelten und diese auch überprüft und eingehalten werden, wird ein sauberer Sport Utopie bleiben.

Eine " erlaubte Menge an UM" für den Eigengebrauch besitzen zu dürfen..lachhaft. Ich zB habe einen grossen Verwandschaftskreis, wo dann jeder eine erlaubte Menge in Besitz hätte...

Gruß
M-TOP
Ich denke, die derzeitigen Gesetze reichen aus, da ich den Sinn der neuen Regelung nicht begriffen habe. Wenn ich recht erinnere, ist es jetzt bereits laut Arzneimittelgesetz eine Straftat mit bis zu 10 Jahren Strafandrohung, Medikamente zwecks Doping in Umlauf zu bringen, zu verschreiben oder sogar unentgeldlich weiterzugeben. Ich sehe nicht, was ein "Anti-Doping-Gesetz" daran ändern sollte.

Grundsätzlich ist es mir egal, ob ein erwachsener Mensch meint, für einen Pokal oder Preisgeld seine Gesundheit in die Jauchegrube der Sportindustrie kippen zu müssen. Was mich allerdings hochgradig bissig macht, sind Dealer, die Jugendliche anfixen, oder Studiobesitzer und Trainer, die ihrer jugendlichen Klientel den Stoff, ohne mit der Wimper zu zucken, vermitteln.

Gimli schrieb:
Ich denke, die derzeitigen Gesetze reichen aus, da ich den Sinn der neuen Regelung nicht begriffen habe. Wenn ich recht erinnere, ist es jetzt bereits laut Arzneimittelgesetz eine Straftat mit bis zu 10 Jahren Strafandrohung, Medikamente zwecks Doping in Umlauf zu bringen, zu verschreiben oder sogar unentgeldlich weiterzugeben. Ich sehe nicht, was ein "Anti-Doping-Gesetz" daran ändern sollte.

Grundsätzlich ist es mir egal, ob ein erwachsener Mensch meint, für einen Pokal oder Preisgeld seine Gesundheit in die Jauchegrube der Sportindustrie kippen zu müssen. Was mich allerdings hochgradig bissig macht, sind Dealer, die Jugendliche anfixen, oder Studiobesitzer und Trainer, die ihrer jugendlichen Klientel den Stoff, ohne mit der Wimper zu zucken, vermitteln.




das gesetz soll auch nicht den vertrieb von verbotenen mitteln strafbar machen, sondern die einnahme dieser mittel durch sportler.

natürlich bin ich grundsätzlich auch dafür das jeder mensch dahingehend seine entscheidungsfreiheit behält, für mich wurzelt das problem darin, dass gedopte sportler sich als natural ausgeben.

das es ein offenes geheimnis ist, und die doppelmoral der gesellschaft auch eine rolle spielt, ist ein anderes thema.



flex

flahexer schrieb:
das gesetz soll auch nicht den vertrieb von verbotenen mitteln strafbar machen, sondern die einnahme dieser mittel durch sportler.

Und genau diesen Punkt verstehe ich nicht. Um mal konkret zu werden:

Ich bin Sportler, und ich habe eine Packung L-Thyroxin (Schilddrüsenhormon) in der Küche liegen. Damit mache ich mich nach dem geplanten Gesetz nicht strafbar (fein!), da es eine geringe Menge ist, für die außerdem eine medizinische Indikation gegeben ist. Bei einem Nicht-Sportler stellt sich die Frage nach der Strafbarkeit allerdings bei diesem Gesetz gar nicht.

Wann falle ich nun unter dieses Gesetz? Wann bin ich dem Gesetz nach ein Sportler? Wenn ich 2x pro Woche trainiere? Wenn meine wöchentliche Trainingszeit 4 Stunden überschreitet? Wenn ich einem Club oder Verband angehöre? Und wenn ich laut Gesetz als Sportler zu definieren bin, nach welcher Dopingliste denn? Hier finde ich nichts über mein Schilddrüsenhormon:

http://de.wikipedia.org/wiki/Dopingliste

Hier schon:
http://www.gnbf.de/substanzen.html

Ich habe das Gefühl, wie so oft werden bestehende Gesetze wie das Arzneimittelgesetz nicht in aller Härte und mit letzter Konsequenz ausgeführt, statt dessen versucht man mit schwammigen Begrifflichkeiten den Hebel bei den Konsumenten anzusetzen.

Auch im Doping herrscht das Gesetz von Angebot und Nachfrage.
Was macht es da für einen Unterschied wen man bestraft, den Dealer, oder den, der es direkt oder indirekt vom Dealer einfordert, bzw. abnimmt.
Fazit ist meiner Meinung nach, daß auch die Dopingindustrie nur mit den Bedürfnissen gewisser haltloser Menschen spielt, welche ihr Seelenheil im Erreichen von Höchstleistungen und Rekorden sucht. Ob das gesund oder krank ist, sein Leben danach auszurichten sei mal dahin gestellt. Gesund ist es sicher dann, wenn eine körperliche Unversehrtheit gegeben ist,krank wird es wohl dann, wenn man körperlichen oder psychischen Schaden dabei nimmt.
Gesetz hin oder her, wie auch bei der Drogenproblematik weiß man, daß Gesetze schlicht und ergreifend nicht oder nur bedingt greifen, so daß der richtige Weg meiner Meinung nach der sein sollte, mehr Gelder in die Aufklärung von Dopingrisiken zu stecken.
Daß Doping schlicht und ergreifend ein unfaires Verhalten seinen Mitstreitern gegenüber ist, welche Natural sind, dürfte klar sein.

Die Tatsache, daß händeringend nach neuen Gesetzen und Strafen gesucht wird bescheinigt doch nur die Hilflosigkeit des Staates gegenüber der Dopingproblematik.
Kontrolle und Aufklärung sollten meiner Meinung nach verstärkt werden.
Auch ich bin allerdings der Meinung, daß die Abgabe von Dopingmitteln an Minderjährige unter hohe Strafe gestellt werden sollte.

Gimli schrieb:
Ich bin Sportler, und ich habe eine Packung L-Thyroxin (Schilddrüsenhormon) in der Küche liegen. Damit mache ich mich nach dem geplanten Gesetz nicht strafbar (fein!), da es eine geringe Menge ist, für die außerdem eine medizinische Indikation gegeben ist. Bei einem Nicht-Sportler stellt sich die Frage nach der Strafbarkeit allerdings bei diesem Gesetz gar nicht.


GEIL! Dann könnte ich mir theoretisch eine rießen Menge Insulin besorgen könnte sie bei dem an Diabetis leidenden Vater meiner Freundin aufbewahren und man könnte mich für nichts anklagen (und ihn auch nichtLol ) sorry aber wie sinnfrei!!!...da fällt mir ein, dass der VAter meiner Freundin jetzt mit Walken anfangen will, dann geht das ja doch nicht mehr Zwinker

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