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Normale Version: Diabetes M. Typ 2 - warum gerade so?
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Hallo zusammen,

das passt zwar nicht unbedingt in ein BB-Forum, aber da hier ja viele kompetente Leute unterwegs sind, stell ich die Frage einfach mal hier:

Warum wird bei Diabetes Mellitus Typ 2 immer eine Ernährung mit 55-60% Kohlenhydraten, aber nur 15-20% Eiweiß und maximal 25-30% Fett, gerechnet an der Gesamtenergiemenge, empfohlen? Ist es nicht widersinnig, bei einer vorhandenen Insulinresistenz erst recht kohlenhydratreich zu essen? Warum liest man immer, dass vor allem das Eiweiß so niedrig gehalten werden sollte?

Stein des Anstoßes für mich war eine Bekannte, die unter Insulinresistenz einschließlich moderatem Übergewicht (geschätzt 70-75kg auf 165cm) leidet (Nüchternblutzucker ca. 120mg/dl) und sich daher seit einiger Zeit gemäß der oben genannten, typischen Empfehlung ernährt (inklusive kcal-Reduktion) und den Nüchternblutzucker auf ca 105mg/dl runterbringen konnte, was zwar immer noch erhöht ist, aber der Unterschied ist ja doch signifikant. Aber warum funktioniert das trotz vermehrter KH-Zufuhr? So würde doch, meinem Verständnis nach, der Pankreas noch mehr gefordert, Insulin auszuschütten und entsprechend die vorhandene Insulinresistenz steigen (?). Oder liegt es vielleicht weniger an der Ernährungsform sondern einfach an der kcal-Reduktion und der einhergehenden Gewichtsabnahme?

Vielleicht weiß ja jemand mehr...

Schöne Grüße,
Thomas
@tomarse
Du hast einen Denkfehler. Durch die Insulinresistenz entsteht ein relativer Insulinmangel und dadurch in der Folge eine nachlassende Insulinproduktion.

Durch die höhere KH Zufuhr soll dieser Insulinmangel wieder ausgeglichen werden.

Grüße
Markus
Vorallem sind Zuckerkranke Leute auch oft unterzuckert wenn sie zu wenig Kohlenhydrate zu sich nehmen.
Oops, auf diesen Thread hab ich total vergessen...

@Markus: Ist mir dennoch nicht ganz ersichtlich.

Insulinresistenz ein relativer Mangel an Insulin, aber die Insulinproduktion lässt doch meines Wissens nicht nach, solange die Bauchspeicheldrüse den Workload noch handlen kann, sondern produziert eben viel Insulin, um die Insulinresistenz so halbwegs auszugleichen.

Es entsteht doch erst in weiterer folge, wenn die Bauchspeicheldrüse "erschöpft" ist, ein Insulinmangel. Und das wäre dann doch Diabetes Mellitus Typ 2, oder?

Deswegen kann ich die Empfehlung, mehr KH zuzuführen, nicht ganz nachvollziehen.
Das mit Diabetes Typ II verhält sich anders und ist auch nicht über einen Kamm zu schehren weil es zig Erscheinungsformen davon gibt.
Grundsätzlich handelt es sich um eine Fehl- bzw. verzögerte Reaktion der Bauchspeicheldrüse mit Insulinausschüttung.
D.h. vorallem kurzkettige Zuckerarten wie aus Kuchen,Obst,Weißbrot... können nicht sofort, wie beim Nichtdiabetiker kompensiert werden. Es kommt zum BZ Anstieg von bis zu 500mg/dl ( Norm liegt bei 80-120 ).
Der Diabetiker versucht dieses Defizit auszugleichen indem er langkettige Kohlenhydrate zu sich nimmt: Vollkornbrot, Reis, Nudeln in abgewogenen Einheiten...je nach dem wie sich die Zuckerintolleranz eben darstellt.
Ist die Krankheit weit fortgeschritten muß Insulin zugespritz werden. Der 'moderne' Diabetiker allerdings ißt was er will...auch Zucker und Kuchen und spritzt sich daher ein sog. Direktinsulin, weches den Zucker sofort runterdrückt...er ersetzt praktisch die Funktion seiner Bauchspeicheldrüse indem er genau weiß wie viel Zucker er zu sich nimmt, dann ausrechnet was er an Insulin benötigt und sich runterspritzt.
Wegen des Eiweißes und des Fettet noch was:
Eiweiß darf der Diabetiker meines wissens schon 'unbegrenzt' zu sich nehmen, nur tritt Eiweiß in der Nahrung meist in Verbindung mit Kohlenhydraten auf.
Wegen des Fettes ist es so, daß die Stoffwechselstörung Diabetes meist nicht separat auftritt, sondern in Verbindung mit einer globalen Stoffwechselstörung...d.h auch Fette können vom Körper nicht mehr so gut verstoffwechselt werden. Diabetiker haben daher oft auch einen höheren Cholesterinspiegel.
Streiche 'meist' und setze immer-der TypII ist Teil des sog. metabolischen Syndroms.

Eiweiss ist prinzipiell problemlos-solange noch keine Nierenschäden vorliegen, was bei vielen langjährigen TypII-Diabetikern leider meist der Fall ist. Diabetes ist Grund Nr. 1 bei uns für die Dialyse.

Gruss
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