Du hattest schon recht dass Antibiotika in gewisser Hinsicht das Immunsystem schwächen kann da es auch nützliche Bakterienpopulationen schädigen oder abtöten kann.
Doch neben dem relativ gut untersuchten und oben beschriebenen gravierenden Problem der Resistenzbildung stellen auch die beschriebenen Nebenwirkungen ein nicht zu unterschätzendes Problem dar: Systemisch wirkende (und hier insbesondere die über den Verdauungstrakt zugeführten) Antibiotika können die immunrelevante Darm- und Scheidenflora schädigen, indem sie dort lebende nützliche Bakterienpopulationen abtöten oder zumindest schädigen. Die Gewichtung der verschiedenen Bakterienarten im Darm oder in der Scheide verschiebt sich, so dass die Vermehrung normalerweise seltener Bakterien oder auch Pilze begünstigt werden kann.
Soooo...hab mich auch nochmal schlau gemacht
Das Milch-(und Milchprodukte-)Verbot gilt mindestens für einen Zeitraum von zwei Stunden vor und nach Einnahme der Antibiotika...
Milch und Milchprodukte (wie Käse, Joghurt...) enthalten viele Calcium-Ionen. Die bilden mit einer Reihe von Antibiotika - vor allem mit den Tetrazyklinen - Chelatkomplexe. Dadurch wird die Resorption der Antibiotika gestört.
Das gilt auch für andere zweiwertige Ionen wie für die von Magnesium oder Zink. Deshalb darf man auch keine Calcium- und Magnesium-haltigen Mineralwässer trinken oder Zink-haltige Medikamente zu sich nehmen.
Quelle:
http://dc2.uni-bielefeld.de/dc2/fragen/kf-ka-56.htm
und
"es ist nicht generell so, dass man Antibiotikum nicht mit Milch oder Milprodukten einnehmen soll.
Das trifft in erster Linie auf die Tetrazykline zu, deren Wirkstoff sich mit dem in der Milch enthaltenem Calcium zu unlöslichen "Klumpen" verbindet und so das A. wirkungslos macht.
Diese Gruppe der A. wird deshalb auch Kindern nicht gegeben, weil der Wirkstoff unter anderem mit dem Calcium aus Knochen und Zähnen reagiert und diese schädigen kann.
Wenn Du ein solches Antibiotikum nimmst (zB. Doxycyclin), steht das mit der Milch ausdrücklich im Beipackzettel!
Wenn das der Fall ist, sollten zwischen der Einnahme A. und Milch mind. 2 Stunden liegen, besser mehr.
Das Gleiche gilt übrigens auch für andere stark mineralhaltige Getränke (Mineralwasser).
Wichtig noch bei diversen Tetrazyklinen wäre die Sonneneinstrahlung zu vermeiden, da sie die Sensibilität der Haut erhöhen."
Fazit: Es liegt also nicht an der "schleimbildenden" Wirkung der Milch, sondern viel mehr an dem darin enthaltenen Calcium, das eine Bindung mit manchen AB eingeht und sie somit schwer absorbierbar macht (vor allem Gruppe der TETRAZYKLIEN). Da ich aber Amoxi 1000 bekommen habe (Wirkstoff: Amoxicillin-Trihydrat/ Gruppe: ß-lactame) gilt das hier anscheinend nicht (steht ja wie gesagt auch im Beipackzettel "...Amoxi sollte mit einer Mahlzeit eingenommen werden, da hierdruch die Verträglichkeit verbessert wird; die Wirksamkeit wird nicht Beeinträchtigt....mit ausreichend Flüssigkeit (z.B. 1 Gl Wasser). Die Einnahme während der Mahlzeit beeinträchtigt die Wirksamkeit nicht...", von irgendwelchen Milchwarnung steht auch nix...nur zur Info
) Falls man sich aber nicht genau sicher ist welcher Gruppe das verwendete AB angehört, ist man mit der "2-3 h keine Milch" definitv auf der sicheren Seite. Muss mich übrigens noch korrigieren...hmpf..habe ja eine bakterielle Infektion, gegen Viruserkrankungen braucht man ja gar keine ABs
Nach langem Text noch ne kurze Frage:
Fühle mich eigentlich schon wieder richtig fit..(mach aber noch nen Tag Pause, dem I.System zu Liebe..), wieso muss man von ABs eigentlich die komplette Packung aufbrauchen und kann nicht, wenns einem wieder besser geht, die Einnahme abbrechen?
Metal_Maniac: Auf die Apotheker schimpfen und selber dann... Milchsäurebakterien sind in der Milch schon lange keine mehr drin (nennt man pasteurisieren), und die hier angesprochenen Tetrazykline sind nicht bakterizid, sondern bakteriostatisch... Kleiner, aber in der Therapie manchmal erheblicher Unterschied!
Das mit dem Calcium habt ihr selber auf die Reihe bekommen, ist auch der einzige Grund. Andere Unverträglichkeiten gibt es, spielen aber hier keine Rolle (muss i.V. gegeben werden, da gibt es wesentlich mehr Substanzen als oral).
Fertignehmen: Die Infektion muss sicher weg sein, ansonsten grosse Gefahr der Resistenzentwicklung! Es gibt nichts schlimmeres als zu früh aufzuhören->war nix->neu anfangen->hilft nicht mehr->Substanzwechsel->Multiresistenzentwicklung.
Gruss
kockie
Aha, ...Resistenzentwicklung, dachte mir schon das es in die Richtung geht

, dann werd ich die Packung mal fleißig aufbrauchen!
Danke nochmal!!!
Meister Kockie hat echt auf alles eine verlässliche Antwort

@ kockie
Was meinst du wie die Säuerung & somit der niedrige pH im Quark entstehen, durch Essig?
Natürlich sind das Milchsäürebakterien, die ernähren sich von der Laktose und erzeugen dann Milchsäure, beim Joghurt genau so. Und jetzt überleg mal warum Käse so gut wie keine Kohlenhydrate hat!
Aber mit der Resistenzentwicklung hat er recht, besonders St. aureus neigt dazu! Aber es können auch ein paar sachen passieren, wenn du sie korrekt konsumiert.Bei einen Bekannter von mir, hat das A. siene ß-Galactosidase platt gemacht, der ist jetzt Laktose-Intolerant.
Oben war die Rede von Milch, nicht Milchprodukten.
Yoghurt hat meist lebende Bakterien drin, der Quark nicht mehr-nach Abfüllung ermeuchelt:-)
Antibiotika können keine Enzyme platt machen, so ein...
Metal_Maniac: Auf die Apotheker schimpfen und selber dann...
WAS willst du mir damit sagen????
aber die wirksamkeit eines antibiotikums wird gesenkt. ein antibiotikum ist ja ein keimtötendes medikament (bakterizid wirkend). milch bzw. milchprodukte enthalten "normalerweise" milchsäurebakterien, die in kongruenz mit dem antibiotikum stehen ...
hey ... nicht alles glauben, was die apotheker sagen ... ne quatsch ... aber ich hab die erfahrung gemacht, dass die infos der apotheker/pta´s leider oft mangelhaft ist!!!

zitieren ist gut gelle *ironiemodus aus* ...
naja ... männer muss man ned verstehen ... ich kapiers trotzdem ned, was du sagen willst ... weil gesagt haste ja nix durchs "zitieren"