05.12.2007, 12:51
......zu meiner Schande kaum etwas. Einzig der neue Muskelguide von Delavier kommt ab und an raus aus dem Regal. Wobei der für meine Bedürfnisse derzeit viel zu umfangreich sein dürfte.....

Das ist ja nur zum Teil richtig. Aber so total sind die Motivationen auch nicht oder nur sehr selten. Also natürlich ist das so, daß jeder, der etwas schreibt, dies zunächst mal macht, weil es ihm Freude macht, einfach zu schreiben. Oder weil er Spaß daran hat, einen Handlungsstrang zu entwickeln. Oder einen Charakter im Kopf hat, den er selbst gerne näher kennenlernen möchte. Oder weil ihm etwas passiert, was er weiterspinnen möchte. Oder, oder..... . Oder eben auch, weil er einen Auftrag hat. Schau dazu mal in das Vorwort von Schloß Gripsholm.
Und mit dem Publikum ist es genauso. Der eine braucht kein Publikum, weil er nur für sich schreibt. Der andere schreibt für einen bestimmten Menschen, nicht, weil er so engstirnig ist, aber vielleicht weil dieser Mensch genau das in ihm wachruft, was er zum Schreiben braucht. Weil der andere z.B. den gleichen Humor hat. Ein anderer schreibt ein Kinderbuch in erster Linie natürlich für Kinder. Allein die Form entscheidet schon über das Publikum. Ich denke, es ist wie bei einem Komödianten: der amüsiert sich auch nicht immer nur prächtig in seinem stillen Kämmerlein, weil er so tolle Witze reißt, sondern freut sich, wenn sein Humor bei anderen ankommt. Und, man darf nicht vergessen: schreiben ist ein Handwerk wie viele andere auch (auch wenn Novalis das Gegenteil behauptet). Klar schreibt man viele Jahre ohne Veröffentlichung, manche wunderbaren Autoren werden niemals verlegt, von anderen wiederum bekommt man jeden Mist zu lesen. Und viele die Schreiben, wollen irgendwann auch mal eine Anerkennung dafür haben und wollen verlegt werden. Allein deshalb werden sie auch versuchen, eine Geschichte zu entwickeln, die gefällt, eine neue Idee darzustellen und das ganze in lesbare Form zu bringen. Sonst könnten sie es ja beim Tagebuch belassen. Und ich glaube nicht, daß das in irgendeiner Weise die Qualität schmälern muß, ganz und gar nicht. Klar, einige behalten ihre Manuskripte für immer in der Schublade (wie Kafka), aber andere verlegen und das schon zu Lebzeiten (auch Kafka). Es ist wie im BB oder auch überall sonst: nicht jeder, der gut ist, geht auf die Bühne und macht was draus, einige machen was draus und wollen dennoch nicht auf die Bühne, andere wollen unbedingt auf die Bühne und vergessen, was draus zu machen.
Ja, da geb ich Dir absolut Recht. Auch mir erscheint es so, daß sich sogar "Experten" schwer tun, Qualität zu bestimmen. Deshalb brauchen wir leider eine Elke Heidenreich, die uns zwar nicht Trivialliteratur, aber doch triviale Literatur zu Hauf vorstellt. Wo ist mein gutes, altes Literarisches Quartett. (Hast die Biographie von Ranicki gelesen? -- dieses Buch ist so unglaublich, klar, direkt, distanziert, ehrlich und, und das hat mich sehr erstaunt, sehr zärtlich. Phantastisch)
Und was dabei rauskommt, wenn man mal was anders machen will, kann man ja sehr deutlich bei Tannöd sehen. Grottenschlecht, geklaut, aber dafür mit Krimipreis.
- Die Frau kann nicht schreiben, nur stümpern. Zum Glück hat sich ein Journalist jetzt mal über den ganzen "WirrettendenArschvonFrauSchenkel- Trubel" hinweggesetzt und schrieb in der SZ sinngemäß: Frau Schenkel sagt, die Kunst liege im Weglassen. Aber ein Weglassen alleine macht noch keine Kunst. 
Wer nicht aus Freude singt, singt schlecht. Die Wurzel jeder Kunst ist
doch die Begeisterung, etwas mit dem Stoff zu machen. Wenn das Ergebnis
dann trotzdem auch anderen Leuten gefällt:
sag ich doch
Und klar kommt die Idee aus dem Autor, oder auch aus dem Macher allgemein - der hat was Interessantes und will es darstellen. Aber das schließt ja eine Vernisage, eine Veröffentlichung, einen Wettkampf etc. nicht aus. Die Motivation muß echt sein, der Output passen - das entsteht nur im Macher selbst. Aber dennoch kann er wissen: ich hab nen Verlag, der das veröffentlicht, die HypoVereinsbank macht meine nächste Vernisage... ich denke auch, daß er in dem Augenblick scheitern würde, in dem er sagen würde: die Hypo will solche Bilder, also mal ich die so. Und die Sänger: nun, zum Glück ist auch Geschmack und Gefallen normalverteilt im statischtischen Sinne, deshalb gefallen viele Dinge auch allgemein...
dito, aber..... s.o.
Leider nicht. 
Du liest den Autoren X und findest ihn sehr interessant. In einer
Biographie liest Du, dass er von den Autoren Y und Z beeinflusst wurde.
Die liest Du jetzt ebenfalls, und sie sagen Dir zu. Was ja kein Wunder
ist, da Du ja auf einer Wellenlänge mit X bist. Eine Freundin empfiehlt
Dir, mal den Autoren V zu lesen, der sei so wie X, den Du gut fändest.
Und so weiter. Mit der Zeit kannst Du auf diese Weise viele Bücher
lesen, ohne daran einen neuen Gedanken zu finden.
hier poche ich doch dann auf den Geist und den Geschmack der Menschen. Das wird auf Dauer ja langweilig. Einen bisserl höheren Anspruch könnte man schon haben. Aber da hast bestimmt Recht: viele Lesen so, die wollen aber Geschichten lesen und nicht Gedanken. Dann kann man auch Fernsehschauen, einen Spielfilm nach dem anderen. Aber zum Glück kenne ich eigentlich (fast) niemanden, der so liest. Ich glaube aber nicht, daß viele Menschen so strukturiert vorgehen. Die hangeln sich nicht durch Wiki, die lesen auch keine Biographie und werden somit nie erfahren, wer wen beeinflußt hat.
Hier könnte man jetzt natürlich erstmal die Frage aufwerfen, was denn Kunst eigentlich ist. Wenn es darum geht, Innenleben plastisch zu machen, dann ist jeder Mensch ein Künstler, der in eine Therapie geht. Und fast jeder unerfüllte Mensch ist dann auch ein Künstler, weil die sich ja oft mit nichts anderem beschäftigen, als anderen Geschichten zu erzählen - aber das macht sie wohl noch lange nicht zum Geschichtenerzähler. Und genau für dieses Publikum schreibt dann aber auch ein Coelho.
Nein, ich kann Dir nur sagen, was für mich Kunst ist: kunst ist ein Dialog, in dem der Künstler etwas ausdrückt und mich daran teilhaben läßt. Mich rätseln läßt. Oder auch, weil er etwas erkannt hat, was für mich bisher so nie beleuchtet war. Kunst ist geistvoll. Und in dem Augenblick, in dem ich mich damit beschäftige, trete ich in diese Kommunikation. Und mir ist eben schon wichtig, mit wem ich spreche. Und da steckt in keiner Weise der Anspruch dahinter, daß dieser jemand die Weisheit mit Löffeln gefressen haben muß. Das mag jetzt alles im Tellerrand liegen. Aber um zu bewerten, ob ich das, was da über meinem Tellerrand liegt, wissen möchte oder nicht, dazu muß ich das ja schon einmal gesehen und kategoriert haben, sonst könnte ich es ja nicht bewerten. Und so schließt sich der Kreis wieder. Das alles hat ja aber auch eine Weite Spannbreite: mir kann ja zum Beispiel ein Buch von dem Herrn oben gefallen, aber es wird immer den Zusatz tragen: aber sonst ist er ein nicht ernst zu nehmender Spinner.
Aber ein schlechtes
Ja, das muß aber nicht zwingend sein - hier bringe ich wieder den Kafka
Ich gebe zu, meist lese ich einfach nur. 
Das ist halt der Unterschied zwischen unseren Ansichten: Mir ist es
gleichgültig, ob ein Künstler außerhalb seiner Kunst etwas auf die Beine
stellt, Hauptsache, er versteht seine Kunst und ist inspiriert bei der
Sache. Alles dahinter ist für mich nebensächlich.
Ja, da sind wir verschieden. Letztens war die Bambi-Verleihung. Und die Laudatio für Sophia Loren hat die Furtwängler gemacht. Ja, da war einfach klar, daß diese Laudatio Stil haben wird, angemessen sein wird. Weil diese Frau so ist. Das heißt nicht, daß alle ihre Filme großartig sind. Und auch sie hat mit diesen Weihnachtsserien angefangen. Insofern geb ich Dir Recht. Aber wenn diese Frau jetzt schreiben würde und dann auch noch einen tollen Stil hätte, dann würd ich die mit Sicherheit gern lesen - da paßt einfach das Rundumpaket. Und ich würde mir mit Sicherheit kein inspiriertes Gemälde in die Wohnung hängen, wenn es in meinen Augen häßlich ist.

Und wie. Ich kriege gerade nach dem Druck auf den "Antwort-Button" die Meldung:
Sorry, aber Dein Beitrag kann nicht gespeichert werden, da er zu viele Bilder enthält. Um fortfahren zu können, lösche bitte einige Bilder.
Und dabei ist es reiner Text. 
Ich antworte mal zweigeteilt.
(Wir sollten den Thread sammeln und als "Diskurs zur Literatur"
veröffentlichen. )
Das geht mir nicht anders. Vielleicht treffen sich unsere Argumente ja
irgendwo in der Mitte.
Das ist ja nur zum Teil richtig. Aber so total sind die Motivationen
auch nicht oder nur sehr selten. Also natürlich ist das so, daß jeder,
der etwas schreibt, dies zunächst mal macht, weil es ihm Freude macht,
einfach zu schreiben. Oder weil er Spaß daran hat, einen Handlungsstrang
zu entwickeln. Oder einen Charakter im Kopf hat, den er selbst gerne
näher kennenlernen möchte. Oder weil ihm etwas passiert, was er
weiterspinnen möchte. Oder, oder..... . Oder eben auch, weil er einen
Auftrag hat. Schau dazu mal in das Vorwort von Schloß Gripsholm.
Du meinst den fingierten Briefwechsel zwischen Tucholsky und dem alten
Rowohlt im ersten Kapitel von "Schloß Gripsholm"? Ein verdammt gutes
erstes Kapitel für eine Liebesgeschichte, oder? Damit ist sofort auf
witzige Art und Weise für die nötige, ironische Distanz zu den Figuren
gesorgt (einschließlich Autor und Verleger). Das ist der Sinn des
Kapitels.
Mit Kinderbüchern ist das so eine Sache, weil man Kinderbücher immer
weiter in Altersgruppen untergliedern kann. Hinzu kommt, dass ein Autor
nicht speziell für Kinder schreibt, sondern sein Herz halt mit Themen
voll ist, die auch Kinder lesen können. Das sind manchmal
hochliterarische Werke wie "Mio, mein Mio". Niemand, der schreibt, sagt
doch: "So, ich schreibe jetzt mal ein Kinderbuch" oder "Ich schreibe
jetzt einen Horror-Roman" und fängt dann mit Ideen und Inspirationen
an. Er schreibt das auf, was in ihm drin ist. Wenn er Glück hat (oder
Pech), dann passt das auf ein spezielles Publikum. Um den Rest wie das
Genre und entsprechende Stiländerungen samt Alterseinstufung, kümmern
sich Lektoren und Verleger.
Was ist für Dich Form?
(Achtung, das könnte ein erscheckend umfangreicher, thematischer
Einschub werden!) 
Das ist IMO kein guter Vergleich. Gerade ein Possenreisser lebt ja vom
Publikum, und jemand, der im stillen Kämmerlein sitzt, und sich über
seine eigenen Witze amüsiert, hat eine ernsthafte Klatsche. 
Richtig. Schreiben ist ein Handwerk, und wer sich künstlerisch betätigt,
möchte dafür auch mal gelobt werden. Eine Veröffentlichung ist ja so ein
Lob und eine Anerkennung. Ich behaupte auch nicht, dass ein Schreiber
scharf auf Ablehnungsschreiben ala "Wir bedanken uns für Ihre
Geschichte, sie gefällt uns nicht" ist, oder ihm Ablehnung egal wäre.
Falsch. Ablehnungsschreiben tun weh, weil sie etwas zurückweisen, was
dem Autor am Herzen liegt und aus seinem Inneren kommt. Wenn er nur eine
Geschichte geschrieben hätte, die möglichst gefällig sein soll, dann
wäre eine Ablehnung im schlimmsten Falle ärgerlich wegen der Arbeit, die
umsonst war.
Ein Tagebuch ist viel intimer als andere Literaturerzeugnisse, und es
kommt auch oft nicht so literarisch daher, bzw. ist nicht mit dem
Anspruch geschrieben, Literatur zu sein. Obwohl es natürlich reichlich
Schriftsteller gibt, die Ihre Tagebücher und Briefe noch zu Lebzeiten
publizieren (lassen). Was ich ziemlich eitel finde. 
Bodybuilder sind ein schönes Beispiel. Ein guter Bodybuilder treibt
seinen Sport, weil er muss, er liegt ihm am Herzen, der drückt sich aus
und formt sich damit. Leute, die auf ein Publikum hin trainieren und
möglichst gefallen wollen, nennt man Pumper.
(Achtung, unten geht's weiter. Uuups)
Ranicki liegt noch auf meinem Stapel der ungelesenen Bücher, aber
immrhin ist es schon mal dort. 
- Die Frau kann nicht schreiben, nur stümpern.
Von Schenkel habe ich noch nichts gelesen. Die wird ja überall
hochgelobt, was nicht unbedingt ein gutes Zeichen ist. Moderne Krimis
sind aber eh nicht so mein Fall. Alles, was jenseits von Simenon,
Chandler, Hammett oder Spillane ist, habe ich nicht gelesen.
Wer nicht aus Freude singt, singt schlecht. Die Wurzel jeder Kunst ist
doch die Begeisterung, etwas mit dem Stoff zu machen. Wenn das Ergebnis
dann trotzdem auch anderen Leuten gefällt:
sag ich doch
Und klar kommt die Idee aus dem Autor, oder auch
aus dem Macher allgemein - der hat was Interessantes und will es
darstellen. Aber das schließt ja eine Vernisage, eine Veröffentlichung,
einen Wettkampf etc. nicht aus. Die Motivation muß echt sein, der Output
passen - das entsteht nur im Macher selbst.
Jepp.
Dann haben wir uns ja tatsächlich in der Mitte getroffen. Das sehe ich
eben so!
Leider nicht. 
Du liest den Autoren X und findest ihn sehr interessant. In einer
Biographie liest Du, dass er von den Autoren Y und Z beeinflusst wurde.
Die liest Du jetzt ebenfalls, und sie sagen Dir zu. Was ja kein Wunder
ist, da Du ja auf einer Wellenlänge mit X bist. Eine Freundin empfiehlt
Dir, mal den Autoren V zu lesen, der sei so wie X, den Du gut fändest.
Und so weiter. Mit der Zeit kannst Du auf diese Weise viele Bücher
lesen, ohne daran einen neuen Gedanken zu finden.
Huch, Geist und Geschmack sind so dünn gesät, dass ich nicht mal eine
Stelle fände, die groß genug wäre, um drauf zu klopfen. 
Hier könnte man jetzt natürlich erstmal die Frage aufwerfen, was denn
Kunst eigentlich ist.
s.o. zur "Form". Das wird wohl etwas umfangreicher... 
Ein Surrealist hätte Dir jetzt wohl zugestimmt. Ich bin mir nicht
sicher, ob das schon genügt, um Kunst zu sein. Ich bin mir nicht mal bei
den Dingen, die als Kunst gehandelt werden, sicher, ob sie Kunst sind.
Ist der Fettstuhl von Beuys Kunst? Offensichtlich ist er das für viele
Menschen. Ist alles, was in Austellungen hängt und steht, Kunst? Ich
habe da schon einige witzge Ideen gesehen, gerade bei den Installationen
- aber ich hatte nicht das Gefühl von Kunst. Schwierig.
Vor diesem "Rätseln" graust es mich. Dieses "Rätseln" ist eines der
größten Missgriffe der modernen Kunst und ein typisches Zeichen rein
akademischen Kunstverständnisses, gemischt mit romantischem Genie-Kult:
"Was will der Künstler uns damit sagen?" und dann steigern sich so
genannte Kunstexperten zu ihren Ergüssen. E-kel-haft. Ein Hamburger
Maler meinte vor Jahren zu mir über diese Kunst-Deuter: "Je tiefer, je
schiefer." Dieses "Rätsel" im Kunstwerk wurde vom gleichen Schlag
Menschen erfunden, die es für sich herausnehmen, heilige Schriften
auszulegen. Eine Kaste der Kunst-Hermeneutiker. Hohepriester mit
Klingelbeuteln, die die Sicht auf das Kunstwerk verstellen. Sapperlot,
jetzt habe ich mich regelrecht in Rage geschrieben, wie kriege ich jetzt
bloß die Kurve zum ursprünglichen Thema... 
Kunst darf mich verblüffen, aber mir keine Rätsel aufgeben.
Mit dem Kunstwerk, nicht mit dem Künstler.
Ja, das muß aber nicht zwingend sein - hier bringe ich wieder den Kafka
Also gerade dessen Leben war ja ein riesiges Durcheinander. Kafka
litt unter seiner Arbeit, litt unter seinem Vater, litt unter Frauen,
litt unter Tuberkulose. Depressiver, manischer und vermurkster als
Kafkas Leben geht's ja kaum noch. 
Das ist halt der Unterschied zwischen unseren Ansichten: Mir ist es
gleichgültig, ob ein Künstler außerhalb seiner Kunst etwas auf die Beine
stellt, Hauptsache, er versteht seine Kunst und ist inspiriert bei der
Sache. Alles dahinter ist für mich nebensächlich.
Ja, da sind wir verschieden. Letztens war die Bambi-Verleihung. Und die
Laudatio für Sophia Loren hat die Furtwängler gemacht. Ja, da war
einfach klar, daß diese Laudatio Stil haben wird, angemessen sein wird.
Weil diese Frau so ist. Das heißt nicht, daß alle ihre Filme großartig
sind. Und auch sie hat mit diesen Weihnachtsserien angefangen. Insofern
geb ich Dir Recht. Aber wenn diese Frau jetzt schreiben würde und dann
auch noch einen tollen Stil hätte, dann würd ich die mit Sicherheit gern
lesen - da paßt einfach das Rundumpaket.
Ja, aber dann bist Du nicht auf gute Kunst, sondern auf den Menschen
dahinter aus. Um wieder den Bodybuilder als Beispiel heranzuziehen:
Beurteilst Du die Kür, die Leistung und die Ästhetik eines Athleten
anders, wenn Du weißt, dass er seine Frau mit einem Tritt vom Sofa
kickt? Siehst Du ihm dann bei der Kür nicht so gerne zu?
Ach, so ein schöner Francis Bacon im Wohnzimmer... 
- Die Frau kann nicht schreiben, nur stümpern.
Von Schenkel habe ich noch nichts gelesen. Die wird ja überall
hochgelobt, was nicht unbedingt ein gutes Zeichen ist. Moderne Krimis
sind aber eh nicht so mein Fall. Alles, was jenseits von Simenon,
Chandler, Hammett oder Spillane ist, habe ich nicht gelesen.
Ist bei mir ähnlich, ich bin auch kein großer Kriminfan - außer Wallander. Aber das ist was anderes, das ist fast so, als würde man einen guten alten Freund wiedertreffen.
Die Schenkel hab ich aber gelesen, aber das eine andere Bewandnis. Im Februar beginnt der Prozeß und den möcht ich mir anschauen.
Und jetzt der Marcuse - um den hab ich mich immer rumgedrückt, d.h. es kam einfach nicht dazu, daß ich mich mit dem vertraut machen mußte. Kannst ja mal erzählen.
Das ist übrigens ein recht merkwürdiger Vorwurf, wie ich finde. Ich habe mich gerade nach Leuschners 10 und 29 Jahre alten Büchern im Netz umgesehen. Das scheinen journalistische Arbeiten und Sachbücher zu sein. Die Schenkel hat nun aber Belletristik verfasst. So lange sie keine wortwörtlichen Passagen aus Leuschners Büchern abgeschrieben hat, sehe ich darin keine Plagiate - nur weil das gleiche Thema behandelt wurde. Asterix & Obelix sind ja auch keine Plagiate von Cäsars "Der gallische Krieg". Aber Juristen sehen das ja gerne anders als der rechtlich ungebildete Mensch, der Bücher bloß liest, statt drüber Gericht zu führen. 
Nicht wieder Herbert Marcuse mit Ludwig Marcuse verwechseln, die beiden haben sehr wenig miteinander gemeinsam. 
Reich-Ranicki hat einen kurzen, sehr treffenden Text über Ludwig Marcuse geschrieben:
http://www.faz.net/s/RubB31053DF7CD04EB1...ntent.html

Nein, aber Asterix sind eine eigene Idee. Und die fehlt bei der Schenke. Es ist richtig, daß Leuschner insofern ein Sachbuch geschrieben hat, daß er sich die unglaubliche Mühe gemacht hat, Aktenmaterial von diesem Fall zu sortieren. Aber: er hat in seinem Buch auch frei erfundene Passagen. Witzigerweise hat Frau Schenkel gerade auch Passagen eins zu eins in ihrem Buch überneommen, die Leuschner frei erfunden hat, z.B. die Reihenfolge der Morde. Wenn man Hinterkaifeck liest und dann Tannöd, dann hat man das Gefühl, man liest das Gleiche Buch zwei Mal.
Nicht wieder Herbert Marcuse mit Ludwig Marcuse verwechseln, die beiden haben sehr wenig miteinander gemeinsam. 
Reich-Ranicki hat einen kurzen, sehr treffenden Text über Ludwig Marcuse geschrieben:
http://www.faz.net/s/RubB31053DF7CD04EB1...ntent.html
[/quote]
Es ist immerhin möglich, dass Schenkel in einer dritten Quelle recherchiert hat, die die Fiktion von Leuschner als Fakten dargestellt hat. Und ich nehme an, dass Schenkel nicht 1/1 von Leuschner abgeschrieben hat, also wortwörtlich, oder? Dann werden vermutlich die unterschiedlichen Ausrichtungen und Ziele der Bücher (Sachbuch Kontra Belletristik) vor Gericht den Ausschlag geben.
Es ist immerhin möglich, dass Schenkel in einer dritten Quelle recherchiert hat, die die Fiktion von Leuschner als Fakten dargestellt hat. Und ich nehme an, dass Schenkel nicht 1/1 von Leuschner abgeschrieben hat, also wortwörtlich, oder? Dann werden vermutlich die unterschiedlichen Ausrichtungen und Ziele der Bücher (Sachbuch Kontra Belletristik) vor Gericht den Ausschlag geben.
Also teilweise ist das schon so, daß es mir beim Lesen scheint, daß hier nur einzelne Wörter verändert sind. Das kann ich nicht mehr nachprüfen, weil ich diesen Schund sofort weitergehauen habe, noch bevor ich Hinterkaifeck hatte. Ja, es ist möglich, daß Frau Schenkel noch in anderen Quellen recherchiert hat, aber es ist auch möglich, mit ein Loch in die Wand zu schlagen und dort bei Regen zu duschen. Es liest sich einfach nicht so. Und zu Hinterkaifeck gibt es nicht viel Literatur und das Buch vom Leuschner ist hier DAS Buch schlechthin. Andere zitieren dieses Buch immer wieder. Ja, und das wird spannend: denn Leuschner schreibt ja selbst in seinem Vorwort, daß er sich die Freiheit herausgenommen hat, Sachverhalte zu ergänzen und frei hinzuzugügen. Das reduziert natürlich die Einstufung als Sachbuch ohnehin, so daß die Kluft hier nicht soooo groß ist. Es ist auf jeden Fall nicht einfach...