14.08.2006, 09:28
Hallo,
man höhrt ja viel über MGK - viel positives und noch mehr negatives (wobei vieles davon wiederrum wahrscheinlich auch auf unwissenheit und sturheit von manchen Leuten beruht).
genau deshalb habe ich mich eingelesen und versucht das ganze möglichst objektiv zu bewerten und möchte nun anschließend meine argumente darlegen.
Kleines Vorwort:
Um sich in die diskussion einbringen zu können wäre es von Vorteil den MGK Guide gelesen zu haben und die grundprinzipien dieses systems zu verstehen. Für alle die dies an dieser stelle noch nachholen wollen:
http://mitglied.lycos.de/feinrappa/mgkfa...mplete.htm
*!* dieser thread dient nicht zu erläuterung der MGK Methodik *!*
*!* Um die Subjektivtät möglichst auszuklammern sollten Argumentationen nicht auf erfahrungswerten gestützt geführt werden *!*
So jetzt gehts ans eingemachte *?2*
Die MGK Methodik zeichnet sich im allgemeinen durch drei Dinge aus:
1.Aufgabe der Unterteilung des Trainings nach Muskelgruppen.
Stattdessen wird ein Training nach Bewegungsrichtungen/ebenen vorgeschlagen.
2.Einteilung der spezifisch zu einer Bewegungsrichtung gehörenden Übungen nach M G oder K (Mittel Gestreckt Kontrahiert)
3.Ausführung von Teilbewegungen
Meine Betrachtungen:
1. Training nach Bewegungsebenen
Zwar kann man schon aufführen welche Übungen welche Muskeln belasten/trainieren und damit alle Muskelgruppen effektiv abdecken.
Problematisch an so einer Vorgehensweise ist jedoch zum einen, dass sie eine genaue umfangenreiche Übungskenntnis erfordert (was bei einer überragender mehrheit der trainierenden nicht gegeben ist), um wirklich alle bei einer Übung ausgelöste Muskelreize abwägend zu erfassen und für eine gute und natürliche balance zu sorgen, deren ziel es sein sollte ein möglichst homogenes gesamtbild der Körpermuskulatur zu erreichen. Zum anderen - und das ist eigentlich das viel bedeutendere Argument für ein Training nach Bewegungsrichtungen - wird mit dieser neuen Unterteilung sichergestellt, das jedes Gelenksystem im menschlichen Körper in jede mögliche Bewegungsachse maximal bewegt wird und damit eine Ausnutzung des vollen Bewegungsumfang stattfindet.
Dies ist zwar weniger für den reinen direkten Muskelaufbau von Bedeutung, löst aber eine Vielzahl anderer positiver Anpassungseffekte an den passiven Strukturen des Bewegungsapperates (Gelenke, Bänder, Sehnen , Knorpel usw.) aus, und verbessert koordinative Aspekte (inter- und intramuskuläre Koordination. (s.a. nachfolgende Tabelle C-10 und C-11 als gegenbeispiel) Nicht zuletzt bewahrt es uns vor Muskelverkürzungen!!!
Fazit: Ein Trainings nach Bewegungsrichtungen scheint sinnvoll und pragmatisch.
2.Einteilung der spezifisch zu einer Bewegungsrichtung gehörenden Übungen nach M G oder K (Mittel Gestreckt Kontrahiert)
um alle Muskeln möglichst vielseitig und balanciert über den vollen ROM (auf verschiedene Mesozyklen verteilt; zitat semchem "möglichst zeitnah")
zu belasten, erfolgt eine Übungseinteilung in M G oder K
Belastungspositionen.
Dadurch erfahren alle an einer Bewegungsebene/richtung beteiligten Muskeln von Zeit zu Zeit unterschiedliche Belastungskurven, was eine ausgeprägte Hypertrophie in allen Muskelbereichen ermöglicht und Stagnationen vorbeugt.
Fazit: Ein Training nach Belastungspositionen ist sinnvoll.
Soweit waren ja alle meine Auführung zu MGK bestätigend, doch jetzt kommt der Knackpunkt :roll:
3. Ausführung von Teilbewegungen
Statt die Bewegungsmöglichkeiten eines beteiligten Gelenkes über den vollen ROM wahrzunehmen, beschränkt sich MGK auf eine Ausführung von Teilbewegungen. Hintergrund ist die Maxime die Belastungsspannung annährend isotonisch zu halten, was zu einer Steigerung des Proteinkatabolismuses führen soll und damit zu vermehrten Hypertrophie.
Dabei wird der volle Rom in 3-4 (je nach bewegungsachse) Teilbereiche untergliedert die möglichst Zeitnahe auf die verschiedenen Mesozyklen aufgeteilt werden sollen und somit ein "Training über den vollen ROM auf Zeit" sicherstellen.
Dazu möchte ich nun folgende schon oben angekündigte Tabellen posten, um auf die Vorzüge eines Kraftrainings im vollen ROM hinzuweisen:

Und was passiert wenn man nur eingeschränkt oder isometrisch trainiert
nun stellt sich für mich die alles entscheidene Frage ob ein "Training über den vollen ROM auf Zeit" wie es bei MGK geschieht zu den selben soeben dargestellten Anpassungprozessen führt, oder ob dies nur in eingeschränkte oder gar keiner Form passiert*?*
Ich denke um diese Frage zu beantworten muss man nach 2 Gesichtspunkten unterglieder: *idee*
a) in Anbetracht von möglichen Muskelverkürzungen
man trainiert ja immer nur Teilbereiche. in jedem teilbereich sind die unterschiedlichen beteiligten muskeln jeweils unterschiedlich verkürzt.
wenn man nun die drei positionen M G K trainiert bedeutet das das jeder beteiligte muskeln in 2/3 aller mesozyklen nicht über seinen vollen bewegungsumfang arbeitet und damit anfällig für Verkürzungen wird!!
Reicht nun der eine mesozyklus in dem der isoliert betrachtete muskel ständig im gedehnten bereich arbeiten um den Verkürzungen vorzubeugen bzw. sie wieder auszugleichen?
Sehr fragwürdig, ich würde sagen nein *!*
b)in Anbetracht der passiven Strukturen
in jedem Mesozyklus wird das Gelenk nur ~1/3-1/4 so weit ausgenutzt wie es bei einem vollen ROM training der Fall wäre. Dadurch wird zwar der lokal beanspruchte Bereich vermehrt belastet ( und reagiert womöglich ebenso mit vermehrter anpassung an die ungewohnt hohe belastung), jedoch fallen für 2/3 des ROMs sämtliche Reize weg, was nicht zuletzt ein auch ein Problem der Gelenkwartung mit sich bringt.
Insbesondere ist hier auf das reduzierte Ausreizen der Gelenkendstellungen hinzuweisen, welches bei der Verletzungs- und Unfallprophylaxe eine Wichtige Rolle spielt, da gerade dort oft die kritischen Belastungen in den Endstellungen auftreten.
zu a) und b) kommen noch die Argumente gegen Teilbewegungen aus der Tabelle C-11
Ich muss also zu dem Schluss kommen, dass ein "Training über den vollen ROM auf Zeit" nicht in dem selben Maße (wenn überhaupt) zu den positiven Anpassungsprozessen führt wie ein ständiges Training über den vollen ROM.
Darüber hinaus hat das System einen fatalen Fehler *!*
Semchem behauptet, das durch die Ausführung EINER Übung einer bestimmten Bewegungsebene mit Teilbewegungen, sämtliche an der Bewegungsebene beteiligten Muskeln effektiv trainiert würden.
Nun verweist er aber andererseits darauf, dass sich die Muskelbeteiligungen an einer Bewegung im Laufe derselben aufgrund der sich verschiebenen Hebelverhältnisse verändert, so das z.b. agonisten zu synergisten oder sogar antagonisten werden und somit garkeine Belastung mehr erfahren.
Dies ist zwar richtig, aber im Umkehrschluss bedeutet dies natürlich auch, dass nicht ALLE Muskeln einer Bewegungsebene durch Teilbewegungen effektiv mittrainiert werden können, da nicht für alle optimale Hebelarme vorliegen da sich die Lastarme während der geringen Amplitude nur gering verschieben *idee*
So werden zwar einzelne Muskeln isotonisch perfekt angesprochen und der Proteinkatabolismus ist ideal, doch für die Mehrzahl der Muskeln bleibt der Belastungsreiz unterschwellig.
*idee* FAZIT:
Bewegungsrichtungen und Belastungspositionen JA *!*
Teilbewegungen NEIN *!*
man höhrt ja viel über MGK - viel positives und noch mehr negatives (wobei vieles davon wiederrum wahrscheinlich auch auf unwissenheit und sturheit von manchen Leuten beruht).
genau deshalb habe ich mich eingelesen und versucht das ganze möglichst objektiv zu bewerten und möchte nun anschließend meine argumente darlegen.
Kleines Vorwort:
Um sich in die diskussion einbringen zu können wäre es von Vorteil den MGK Guide gelesen zu haben und die grundprinzipien dieses systems zu verstehen. Für alle die dies an dieser stelle noch nachholen wollen:
http://mitglied.lycos.de/feinrappa/mgkfa...mplete.htm
*!* dieser thread dient nicht zu erläuterung der MGK Methodik *!*
*!* Um die Subjektivtät möglichst auszuklammern sollten Argumentationen nicht auf erfahrungswerten gestützt geführt werden *!*
So jetzt gehts ans eingemachte *?2*
Die MGK Methodik zeichnet sich im allgemeinen durch drei Dinge aus:
1.Aufgabe der Unterteilung des Trainings nach Muskelgruppen.
Stattdessen wird ein Training nach Bewegungsrichtungen/ebenen vorgeschlagen.
2.Einteilung der spezifisch zu einer Bewegungsrichtung gehörenden Übungen nach M G oder K (Mittel Gestreckt Kontrahiert)
3.Ausführung von Teilbewegungen
Meine Betrachtungen:
1. Training nach Bewegungsebenen
Zwar kann man schon aufführen welche Übungen welche Muskeln belasten/trainieren und damit alle Muskelgruppen effektiv abdecken.
Problematisch an so einer Vorgehensweise ist jedoch zum einen, dass sie eine genaue umfangenreiche Übungskenntnis erfordert (was bei einer überragender mehrheit der trainierenden nicht gegeben ist), um wirklich alle bei einer Übung ausgelöste Muskelreize abwägend zu erfassen und für eine gute und natürliche balance zu sorgen, deren ziel es sein sollte ein möglichst homogenes gesamtbild der Körpermuskulatur zu erreichen. Zum anderen - und das ist eigentlich das viel bedeutendere Argument für ein Training nach Bewegungsrichtungen - wird mit dieser neuen Unterteilung sichergestellt, das jedes Gelenksystem im menschlichen Körper in jede mögliche Bewegungsachse maximal bewegt wird und damit eine Ausnutzung des vollen Bewegungsumfang stattfindet.
Dies ist zwar weniger für den reinen direkten Muskelaufbau von Bedeutung, löst aber eine Vielzahl anderer positiver Anpassungseffekte an den passiven Strukturen des Bewegungsapperates (Gelenke, Bänder, Sehnen , Knorpel usw.) aus, und verbessert koordinative Aspekte (inter- und intramuskuläre Koordination. (s.a. nachfolgende Tabelle C-10 und C-11 als gegenbeispiel) Nicht zuletzt bewahrt es uns vor Muskelverkürzungen!!!
Fazit: Ein Trainings nach Bewegungsrichtungen scheint sinnvoll und pragmatisch.
2.Einteilung der spezifisch zu einer Bewegungsrichtung gehörenden Übungen nach M G oder K (Mittel Gestreckt Kontrahiert)
um alle Muskeln möglichst vielseitig und balanciert über den vollen ROM (auf verschiedene Mesozyklen verteilt; zitat semchem "möglichst zeitnah")
zu belasten, erfolgt eine Übungseinteilung in M G oder K
Belastungspositionen.
Dadurch erfahren alle an einer Bewegungsebene/richtung beteiligten Muskeln von Zeit zu Zeit unterschiedliche Belastungskurven, was eine ausgeprägte Hypertrophie in allen Muskelbereichen ermöglicht und Stagnationen vorbeugt.
Fazit: Ein Training nach Belastungspositionen ist sinnvoll.
Soweit waren ja alle meine Auführung zu MGK bestätigend, doch jetzt kommt der Knackpunkt :roll:
3. Ausführung von Teilbewegungen
Statt die Bewegungsmöglichkeiten eines beteiligten Gelenkes über den vollen ROM wahrzunehmen, beschränkt sich MGK auf eine Ausführung von Teilbewegungen. Hintergrund ist die Maxime die Belastungsspannung annährend isotonisch zu halten, was zu einer Steigerung des Proteinkatabolismuses führen soll und damit zu vermehrten Hypertrophie.
Dabei wird der volle Rom in 3-4 (je nach bewegungsachse) Teilbereiche untergliedert die möglichst Zeitnahe auf die verschiedenen Mesozyklen aufgeteilt werden sollen und somit ein "Training über den vollen ROM auf Zeit" sicherstellen.
Dazu möchte ich nun folgende schon oben angekündigte Tabellen posten, um auf die Vorzüge eines Kraftrainings im vollen ROM hinzuweisen:

Und was passiert wenn man nur eingeschränkt oder isometrisch trainiert
nun stellt sich für mich die alles entscheidene Frage ob ein "Training über den vollen ROM auf Zeit" wie es bei MGK geschieht zu den selben soeben dargestellten Anpassungprozessen führt, oder ob dies nur in eingeschränkte oder gar keiner Form passiert*?*
Ich denke um diese Frage zu beantworten muss man nach 2 Gesichtspunkten unterglieder: *idee*
a) in Anbetracht von möglichen Muskelverkürzungen
man trainiert ja immer nur Teilbereiche. in jedem teilbereich sind die unterschiedlichen beteiligten muskeln jeweils unterschiedlich verkürzt.
wenn man nun die drei positionen M G K trainiert bedeutet das das jeder beteiligte muskeln in 2/3 aller mesozyklen nicht über seinen vollen bewegungsumfang arbeitet und damit anfällig für Verkürzungen wird!!
Reicht nun der eine mesozyklus in dem der isoliert betrachtete muskel ständig im gedehnten bereich arbeiten um den Verkürzungen vorzubeugen bzw. sie wieder auszugleichen?
Sehr fragwürdig, ich würde sagen nein *!*
b)in Anbetracht der passiven Strukturen
in jedem Mesozyklus wird das Gelenk nur ~1/3-1/4 so weit ausgenutzt wie es bei einem vollen ROM training der Fall wäre. Dadurch wird zwar der lokal beanspruchte Bereich vermehrt belastet ( und reagiert womöglich ebenso mit vermehrter anpassung an die ungewohnt hohe belastung), jedoch fallen für 2/3 des ROMs sämtliche Reize weg, was nicht zuletzt ein auch ein Problem der Gelenkwartung mit sich bringt.
Insbesondere ist hier auf das reduzierte Ausreizen der Gelenkendstellungen hinzuweisen, welches bei der Verletzungs- und Unfallprophylaxe eine Wichtige Rolle spielt, da gerade dort oft die kritischen Belastungen in den Endstellungen auftreten.
zu a) und b) kommen noch die Argumente gegen Teilbewegungen aus der Tabelle C-11
Ich muss also zu dem Schluss kommen, dass ein "Training über den vollen ROM auf Zeit" nicht in dem selben Maße (wenn überhaupt) zu den positiven Anpassungsprozessen führt wie ein ständiges Training über den vollen ROM.
Darüber hinaus hat das System einen fatalen Fehler *!*
Semchem behauptet, das durch die Ausführung EINER Übung einer bestimmten Bewegungsebene mit Teilbewegungen, sämtliche an der Bewegungsebene beteiligten Muskeln effektiv trainiert würden.
Nun verweist er aber andererseits darauf, dass sich die Muskelbeteiligungen an einer Bewegung im Laufe derselben aufgrund der sich verschiebenen Hebelverhältnisse verändert, so das z.b. agonisten zu synergisten oder sogar antagonisten werden und somit garkeine Belastung mehr erfahren.
Dies ist zwar richtig, aber im Umkehrschluss bedeutet dies natürlich auch, dass nicht ALLE Muskeln einer Bewegungsebene durch Teilbewegungen effektiv mittrainiert werden können, da nicht für alle optimale Hebelarme vorliegen da sich die Lastarme während der geringen Amplitude nur gering verschieben *idee*
So werden zwar einzelne Muskeln isotonisch perfekt angesprochen und der Proteinkatabolismus ist ideal, doch für die Mehrzahl der Muskeln bleibt der Belastungsreiz unterschwellig.
*idee* FAZIT:
Bewegungsrichtungen und Belastungspositionen JA *!*
Teilbewegungen NEIN *!*


so jetzt wirds unübersichtlich langsam