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Speiseölproduktion-und qualität
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Markus
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Beitrag: #1
Speiseölproduktion-und qualität

Öle werden durch Extraktion und/oder mechanisches Auspressen aus den Ölsaaten gewonnen.
Dabei ist die CO2 Extraktion am teuersten, danach kommt das mechanische auspressen, wobei beides relativ hochwertige Öle ergibt und danach die Extraktion mit Lösungsmitteln, wo meist Hexan(!) oder Benzin(!) verwendet wird, daß die billigeren aber auch nicht ganz so hochwertigen Öle ergibt.

Das mechanische „kaltpressen“ und die hochtechnologische CO2 Extraktion werden oft als extrem hochwertig dargestellt, aber das gilt nur beschränkt, denn auch bei diesen Verfahren werden die Öle ganz schön „gequält“ und ein echtes „kaltpressen“ gibt es bei der industriellen Ölgewinnung sowieso kaum, weil die Ölausbeute viel zu gering wäre.

Damit die Öle nicht zu schnell verderben, müssen sie raffiniert, also entschleimt, entsäuert, gebleicht und desodoriert werden. Dabei ist die Desodorisierung vor allem notwendig um Pestizide die sich auf den Saaten befinden und auch Restbestände der Lösungsmittel von der Extraktion aus dem Öl zu bekommen.

Beim raffinieren der Öle gehen eine Menge der ernährungsphyiologisch wertvollen Fettbegleitstoffe (Lecithin, Cholin, Enzyme, Phytosterole, sekundäre Pflanzenstoffe) verloren, aber das ist bei den Ölen, die längere Zeit im Handel haltbar sein müssen, nicht vermeidbar.

Alles in einem – selbst das beste und teuerste Öl aus dem Handel ist nicht mit einem Öl das aus biologisch angebauten Saaten frisch gepresst und verzehrt wird, zu vergleichen. Dennoch kommen frische Öle mit Aufschriften wie „kalt gepresst, nicht raffiniert, unraffiniert, virgin, extra virgin, native, extra native“ ziemlich an diese höchste Qualität heran.

Gerade diese unraffinierten Öle sind sehr empfindlich und dadurch nicht allzu lange haltbar - ja sie verlieren praktisch wöchentlich an Qualität und sollten daher auf jeden Fall so frisch wie möglich gekauft werden. Zur Lagerung eigent sich am Besten eine dunkle Ecke im Kühlschrank...

Besonders kritisch sind die Omega 3 – fettsäurehaltigen unraffinierten Öle, denn die Omega 3 Fettsäuren sind besonders aktiv und verderben daher ganz schnell. Während unraffiniertes Oliven- oder Rapsöl mit seinen Omega 9 Fettsäuren monatelang stabil bleiben kann, ist Lein- oder Hanföl oft schon nach wenigen Monaten verdorben und schmeckt bitter und ranzig.

Ich persönlich kaufe mir regelmässig im Reformhaus Hanfnüsse. Diese mahle ich in der genau benötigten Menge in einer Kaffeemühle und gebe sie dann an mein Essen. Die gemahlenen Nüsse schmecken etwas scharf, passen aber zu jedem Proteinshake und allen Milchprodukten. Dies hat den Vorteil, daß
neben Fettsäuren sogar noch das Protein, die Ballaststoffe und alle sekundären Pflanzenstoffe mitverzehrt werden. Sie eignen sich dadurch auch perfekt zur Retadierung von Proteinshakes.

Ergo: Augen auf beim Ölkauf! Auch tolle Nährwertangaben hinsichtlich Omega 3 Gehalt zeugen nicht automatisch von einem hochwertigen Öl. Wer will auch schon chemisch gewaschenes Öl konsumieren? Letzlich gibt es nur 2 empfehlenswerte Pflanzenöle, die als Omega3 Lieferant taugen: Lein-und Hanföl.

Viele Grüße
Markus


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15.08.2006 16:57
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Beitrag: #2
RE: Speiseölproduktion-und qualität

Interessanter Artikel danke dafür! Thumbs


Es gibt nicht zu schwer,nur zu schwach...;-)
15.08.2006 17:44
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Constantin
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Beitrag: #3
RE: Speiseölproduktion-und qualität

@markus

Hallo,

Was ist nun mit Walnussöl ???

Gruss Constantin

15.08.2006 19:37
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Beitrag: #4
RE: Speiseölproduktion-und qualität

Walnussöl ist ebenfalls ein guter Omega-3-Lieferant. Aber auch hier kommt es auf die Qualität an. Der O3-Gehalt liegt hier bei ca. 13%

Hanföl hat ca. 18%

Nur Leinöl ist der Ausreißer mit ca. 60% Alpha-Linolensäure.

Am besten ist es, verschiedene Ölsorten zu kombinieren, denn z.B. auch Omega-9 spielt eine wichtige Rolle.
Vorkommen hier: Der höchste Anteil ist mit ca. 70% Ölsäure in Mandelöl und Olivenöl vorhanden, gefolgt von Rapsöl (60%), Sesamöl (40%) Haselnussöl ( 47,6 %) und Erdnussöl (46,3%).


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15.08.2006 20:04
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Markus
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Beitrag: #5
RE: Speiseölproduktion-und qualität

@constantin
beim Walnußöl gehen die Meinungen auseinander. Meine kennst Du ja.

Grüße
Markus


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16.08.2006 07:17
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Beitrag: #6
RE: Speiseölproduktion-und qualität

Hehe, Markus und ich hatten da öfter schon Diskussionen. Zwinker

Markus hat da eine etwas "extremere" Einstellung als ich, wie man auch am Selbstmahlen der Hanfnüsse sieht, hehe. Dafür läuft er auch den ganzen Tag im selbstgestrickten Pulli rum und hat eine Pudelmütze auf dem Kopf Evil Lol (Nur Spaß)


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Beitrag: #7
RE: Speiseölproduktion-und qualität

@Markus

Zitat:
beim Walnußöl gehen die Meinungen auseinander.


und warum soll nun Walnußöl nicht so gut sein?

16.08.2006 11:43
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Beitrag: #8
RE: Speiseölproduktion-und qualität

Weil Walnussöl von vielen Herstellern raffiniert wird. Das ist aber längst nicht bei allen Herstellern so.

Kleiner Link dazu:
http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96lm%C3%BChle

Zur Raffination sagt Wikipedia:

Zitat:
Viele pflanzliche Fette werden nach dem Pressen der Ölsaaten raffiniert, da die Rohöle noch verschiedene Begleitstoffe (Pigmente, Geruchs-, Geschmacks- und Bitterstoffe) enthalten, die meist aus Gründen der Haltbarkeit, des Aussehens, des Geschmackes und der technischen Weiterverarbeitung unerwünscht sind. Die Raffination durchläuft mehrere Stufen bei hoher Temperatur, um das Rohöl zu entschleimen, zu entsäuern, zu bleichen und zu dämpfen (desodorieren).

Eine Raffination bei Pflanzenölen ist nicht unbedingt erforderlich. So werden kaltgepresste Öle in der Regel lediglich gefiltert, da sie nicht mit Hilfsstoffen wie Hexan versetzt werden, das das Öl aus dem Samen herauslöst.


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Beitrag: #9
RE: Speiseölproduktion-und qualität

@ BamBam

Danke dir!

16.08.2006 12:04
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RE: Speiseölproduktion-und qualität

@BamBam
na warte, die Pudelmütze zahl ich Dir heim Zwinker Aber Du hast da in einem Punkt Recht - ich vertrete da eine extreme Position.

Die Erklärung leite ich mit einer Frage ein: wie behandelt man Omega3-lastige Öle? Richtig: man lagert sie kühl und lichtgeschützt. Das Rohöl aus normalen Produktionsprozessen wird jedoch hohen Temperaturen ausgesetzt und anschließend mit Hexan behandelt. Das ist Gift für ungesättigte Fettsäuren. Was da rauskommt ist Müll.

Die Ölmühle Berschweiler hat früher im Prinzip das gleiche mit Walnüssen gemacht, was ich mit Hanfnüssen mache. Also sehr zu empfehlen. Aber leider steht das Teil still und produziert nichts mehr. Aber selbst wenn sie noch funktionieren würde: wer von Euch konsumiert denn ein solches Öl? Niemand warscheinlich. Und genau deshalb ist Walnußöl nicht empfehlenswert. Eßt die Walnüsse lieber oder mahlt (hab ich noch nicht ausprobiert) sie selbst. Das Öl aus industrieller Fertigung ist jedenfalls kacka.

So jetzt krieg ich wieder Haue von Erik auf dem nächsten Treffen...

VG
Markus


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