Märchen Verletzungsrisiko
22.Jan.2006 | 16:22 Uhr
| PermalinkWer kennt sie nicht, die Ärzte und Experten im Bekanntenkreis, die einem immer einreden wollen, wie gefährlich das Training mit Gewichten ist. Redet man von tiefen Kniebeugen, so kriegt man als erstes gesagt, daß man seine Knie und den Rücken kaputt macht, von den Sprüchen beim Kreuzheben möchte ich gar nicht erst anfangen (wenn sie es denn überhaupt kennen). In den Augen vieler ist Bodybuilding immer noch ein Sport, der nicht dazu dient seinen Körper leistungsfähiger und gesünder zu machen, sondern der suspekt und gesundheitsgefährdend ist. Dicke Muskeln sind einfach krank...
Interessanterweise kommen solche Aussagen aber nicht, wenn man sagt, daß man Sportarten wie Fußball oder Handball ausübt. Das ist umso lustiger, da diese Sportarten zu denen mit den höchsten Verletzungsrisiken überhaupt gehören. Untenstehende Statistik zeigt einmal die Quoten zu einigen Sportarten:
| Sportart | Unfallquote % |
|---|
| Fußball | 3,93 |
| Basketball | 3,23 |
| Handball | 2,76 |
| Hockey,Eishockey | 2,71 |
| Judo, Karate | 2,30 |
| Volleyball | 1,85 |
| Boxen | 1,75 |
| Kraftsport | 1,56 |
| Radsport | 1,28 |
| Badminton | 1,09 |
Aussagen über die Gefährlichkeit einer Sportart erlaubt die Statistik der Verletzungszahlen allerdings nicht. Bezieht man die Daten über die Dauer der ärztlichen Behandlung und verbleibende Invalidität als Parameter für die Gefährlichkeit einer Sportart heran, so zeigt sich, daß nicht etwa die sonst an der Spitze liegenden Sportarten wie Fußball, Basketball, Handball und Hockey, sondern vielmehr Reiten und der Skisport mit weitem Abstand die Tabelle anführen. Aber auch bei solchen, erweiterten Statistiken ist Kraftsport eher im unteren Bereich angesiedelt. Spektakuläre Muskel(an)risse sind doch eher selten und im Breitensport Fitness eigentlich im Promillebereich angesiedelt.

Dennoch zeigt die Statistik, daß es beim Kraftsport unwahrscheinlicher ist sich zu verletzen als bei den Breitensportarten. Nur sind diese eben gesellschaftlich akzeptiert. Einen passenden Fall dazu habe ich im Moment im Bekanntenkreis. Der Gute hat sich vor einigen Monaten beim Fußballspielen am Knie verletzt, wurde operiert und durfte eine ganze Zeit nur mit Krücken rumlaufen. Mittlerweile war das Knie wieder fit und er konnte sogar schwere, tiefe Kniebeugen über 100kg für Sätze durchführen, was bei seinem Trainingsstand, Gewicht und Alter eine beachtliche Leistung ist. Tja, und was passiert? Er spielt einmal wieder Fußball und ist prompt erneut am Knie verletzt.
Eine kleine Anekdote noch am Rande. Vor Jahren las ich einmal eine Statistik der Sportarten mit den meisten Todesfällen. An Platz eins stand damals Kegeln.