Die alte Leier: Bodybuilding und TV
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Gestern lief einmal wieder ein Bericht über Bodybuilding im Fernsehen. Genaugenommen handelte es sich dabei um einen Beitrag, der anlässlich der Body-Xtreme Invitatonal im Herbst letzten Jahres für "Fit for Fun-TV" des Senders Vox aufgezeichnet worden war.

Der Tenor solcher Sendungen bezüglich Bodybuilding ist ja bereits hinreichend bekannt: Die Athleten und Anhänger des Bodybuilding werden als "seltsame" Menschen dargestellt, die einer fragwürdigen Lebensweise anhängen. Dazu macht man sich allgemein über den Sport lustig. Anschließend folgen ein paar Interviews im Publikum, wo ziemlich dumme Fragen gestellt werden, deren Antworten zusammengeschnitten im Beitrag sämtliche Klischees erfüllen. Spätestens seit Oliver Pochers denkwürdigem Auftritt bei der NAC-Deutschen im Herbst 2004 (oder war es die Frühjahrssaison) kommt außerdem manchmal noch die Version dazu, daß der Moderator als Pausenclown auftritt und versucht zwanghaft alles (und sich selbst) lächerlich zu machen.

Natürlich ist es klar, daß solche Fernsehbeiträge in der Szene eher empörte Reaktionen auslösen, schließlich träumen ja alle davon, daß Bodybuilding in Deutschland endlich einmal positiv präsentiert wird. Und so verwundert es nicht, daß auch die Reaktionen auf die gestrige Sendung in der Szene eher negativ sind: Man redet sich die Köpfe heiß wegen eines dummen Fernsehbeitrags. Teilweise geht das so weit, daß man dem Moderator Prügel an den Hals wünscht. Eigentlich amüsant, denn damit werden wieder genau die Klischees erfüllt, über die die Fernsehschaffenden sich lustig machen.

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Nur, wieso wurde eigentlich etwas anderes erwartet? Bodybuilder sind eine Randgruppe der Gesellschaft und genau solche Randgruppen werden im TV doch immer gnadenlos durch den Kakao gezogen. Hauptsache die Quote stimmt, schöne neue Fernsehwelt. Das geht nicht nur den Bodybuildern so, sogar Behinderte und Ausländer müssen dran glauben, nicht anders als die Anhänger anderer Randsportarten. An einer seriösen Berichterstattung ist letztlich bei den Verantwortlichen keiner interessiert. Das Volk braucht Brot und Spiele um als graue Masse manipulierbar zu sein.

Letztlich gibt es in meinen Augen nur zwei Möglichkeiten. Entweder man lässt die TV-Teams nicht mehr in die Hallen und boykottiert die TV-Sender oder aber man spielt das Spiel mit und versucht über Selbstironie den Sport wieder ins positive Licht zu rücken. Denn machen wir uns nichts vor - betrachtet man einen nicht kleinen Teil der Zuschauer solcher Meisterschaften mal objektiv, bzw. viele "Discopumper" in den Studios, dann ist am Image, das Bodybuilding in der Öffentlichkeit hat, doch manchmal auch was wahres dran. Natürlich, Ausnahmen bestätigen die Regel, selbst Arnold hat einen akademischen Grad in den USA erreicht. Dem gegenüber stehen aber auch genug Eisenbieger, die bereits beim ersten Probetraining nach Wundermitteln zum schnelleren Aufbau fragen und mit abstehenden Armen im Muskelshirt durch die Gegend marschieren. Für den Außenstehenden ist so jemand aber genauso ein Bodybuilder wie der Gewinner der BX-Invitational.

Bodybuilder sind ein komisches Völkchen, objektiv betrachtet, und nur über den Faktor Fun, Spaß und Coolness bekommt man andere Leute zu einer anderen Betrachtungsweise und ein allgemein besseres Image. Mit dem Aufregen über die TV-Beiträge steht man bei Unkundigen nur selbst als Spielverderber da und schon bei Kindern sind die Spielverderber die, die keiner leiden kann. Ein positiveres Image bekommt man damit sicher nicht.

Just my 2 cents...
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