Jan 2006
Die neue "Classic-Bodybuilding"-Klasse
frankzane13
Wer in die Szene-News geschaut hat, der wird es gesehen haben. Es gibt zukünftig international eine neue Klasse namens "Classic-Bodybuilding" mit festgelegtem maximalen Körpergewicht, abhängig von der Größe.

Für mich stellt sich die Frage, was die Intention des Verbands dabei ist. Eines kann auch hier nicht verborgen geblieben sein, die Akzeptanz für den Massewahn der im Profi-Zirkus, aber auch im Amateurbereich in den letzten Jahren immer mehr um sich gegriffen hat, nimmt immer weiter ab. Natürlich ist Bodybuilding ein Freaksport und die Freaks sind es auch, die die Hardcore-Fraktion immer wieder aufs neue in die Hallen strömen lässt. Der breiten Masse ist das aber sicher nicht zu verkaufen und damit meine nicht nicht den Otto-Normalverbraucher, sondern die Mehrheit der in Fitness-Studios trainierenden.
Zudem wird der Einsatz, der hierfür getrieben werden muss, immer höher. Wer das nicht sehen will, der verschließt seine Augen vor der Realität, denn alleine mit einer besseren Trainings- und Ernährungswissenschaft sind die Gewichtssteigerungen der letzten Jahre sicher nicht zu erklären.

Ich denke, diese neue Klasse ist ein Schritt in die richtige Richtung. Auch, daß sie nicht mehr mit "Fitness" bezeichnet wird, sondern mit dem Begriff "Classic-Bodybuilding" einen Namen bekommt, den sie verdient. So können die Freunde der "normalen" Klassen weiter ihrem Ideal nacheifern und noch mehr Fleisch aufpacken, wer das aber nicht möchte eine klar definierte Alternative bekommen, abseits von den Fitnessklassen. Wobei sicher zu fragen ist, welche Berechtigung die Fitness-Kategorie, zumindest in der IFBB, dann überhaupt noch hat.
Märchen Verletzungsrisiko
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Wer kennt sie nicht, die Ärzte und Experten im Bekanntenkreis, die einem immer einreden wollen, wie gefährlich das Training mit Gewichten ist. Redet man von tiefen Kniebeugen, so kriegt man als erstes gesagt, daß man seine Knie und den Rücken kaputt macht, von den Sprüchen beim Kreuzheben möchte ich gar nicht erst anfangen (wenn sie es denn überhaupt kennen). In den Augen vieler ist Bodybuilding immer noch ein Sport, der nicht dazu dient seinen Körper leistungsfähiger und gesünder zu machen, sondern der suspekt und gesundheitsgefährdend ist. Dicke Muskeln sind einfach krank...

Interessanterweise kommen solche Aussagen aber nicht, wenn man sagt, daß man Sportarten wie Fußball oder Handball ausübt. Das ist umso lustiger, da diese Sportarten zu denen mit den höchsten Verletzungsrisiken überhaupt gehören. Untenstehende Statistik zeigt einmal die Quoten zu einigen Sportarten:

SportartUnfallquote %
Fußball 3,93
Basketball3,23
Handball2,76
Hockey,Eishockey2,71
Judo, Karate2,30
Volleyball1,85
Boxen1,75
Kraftsport1,56
Radsport1,28
Badminton1,09

Aussagen über die Gefährlichkeit einer Sportart erlaubt die Statistik der Verletzungszahlen allerdings nicht. Bezieht man die Daten über die Dauer der ärztlichen Behandlung und verbleibende Invalidität als Parameter für die Gefährlichkeit einer Sportart heran, so zeigt sich, daß nicht etwa die sonst an der Spitze liegenden Sportarten wie Fußball, Basketball, Handball und Hockey, sondern vielmehr Reiten und der Skisport mit weitem Abstand die Tabelle anführen. Aber auch bei solchen, erweiterten Statistiken ist Kraftsport eher im unteren Bereich angesiedelt. Spektakuläre Muskel(an)risse sind doch eher selten und im Breitensport Fitness eigentlich im Promillebereich angesiedelt.

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Dennoch zeigt die Statistik, daß es beim Kraftsport unwahrscheinlicher ist sich zu verletzen als bei den Breitensportarten. Nur sind diese eben gesellschaftlich akzeptiert. Einen passenden Fall dazu habe ich im Moment im Bekanntenkreis. Der Gute hat sich vor einigen Monaten beim Fußballspielen am Knie verletzt, wurde operiert und durfte eine ganze Zeit nur mit Krücken rumlaufen. Mittlerweile war das Knie wieder fit und er konnte sogar schwere, tiefe Kniebeugen über 100kg für Sätze durchführen, was bei seinem Trainingsstand, Gewicht und Alter eine beachtliche Leistung ist. Tja, und was passiert? Er spielt einmal wieder Fußball und ist prompt erneut am Knie verletzt.

Eine kleine Anekdote noch am Rande. Vor Jahren las ich einmal eine Statistik der Sportarten mit den meisten Todesfällen. An Platz eins stand damals Kegeln.
Die alte Leier: Bodybuilding und TV
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Gestern lief einmal wieder ein Bericht über Bodybuilding im Fernsehen. Genaugenommen handelte es sich dabei um einen Beitrag, der anlässlich der Body-Xtreme Invitatonal im Herbst letzten Jahres für "Fit for Fun-TV" des Senders Vox aufgezeichnet worden war.

Der Tenor solcher Sendungen bezüglich Bodybuilding ist ja bereits hinreichend bekannt: Die Athleten und Anhänger des Bodybuilding werden als "seltsame" Menschen dargestellt, die einer fragwürdigen Lebensweise anhängen. Dazu macht man sich allgemein über den Sport lustig. Anschließend folgen ein paar Interviews im Publikum, wo ziemlich dumme Fragen gestellt werden, deren Antworten zusammengeschnitten im Beitrag sämtliche Klischees erfüllen. Spätestens seit Oliver Pochers denkwürdigem Auftritt bei der NAC-Deutschen im Herbst 2004 (oder war es die Frühjahrssaison) kommt außerdem manchmal noch die Version dazu, daß der Moderator als Pausenclown auftritt und versucht zwanghaft alles (und sich selbst) lächerlich zu machen.

Natürlich ist es klar, daß solche Fernsehbeiträge in der Szene eher empörte Reaktionen auslösen, schließlich träumen ja alle davon, daß Bodybuilding in Deutschland endlich einmal positiv präsentiert wird. Und so verwundert es nicht, daß auch die Reaktionen auf die gestrige Sendung in der Szene eher negativ sind: Man redet sich die Köpfe heiß wegen eines dummen Fernsehbeitrags. Teilweise geht das so weit, daß man dem Moderator Prügel an den Hals wünscht. Eigentlich amüsant, denn damit werden wieder genau die Klischees erfüllt, über die die Fernsehschaffenden sich lustig machen.

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Nur, wieso wurde eigentlich etwas anderes erwartet? Bodybuilder sind eine Randgruppe der Gesellschaft und genau solche Randgruppen werden im TV doch immer gnadenlos durch den Kakao gezogen. Hauptsache die Quote stimmt, schöne neue Fernsehwelt. Das geht nicht nur den Bodybuildern so, sogar Behinderte und Ausländer müssen dran glauben, nicht anders als die Anhänger anderer Randsportarten. An einer seriösen Berichterstattung ist letztlich bei den Verantwortlichen keiner interessiert. Das Volk braucht Brot und Spiele um als graue Masse manipulierbar zu sein.

Letztlich gibt es in meinen Augen nur zwei Möglichkeiten. Entweder man lässt die TV-Teams nicht mehr in die Hallen und boykottiert die TV-Sender oder aber man spielt das Spiel mit und versucht über Selbstironie den Sport wieder ins positive Licht zu rücken. Denn machen wir uns nichts vor - betrachtet man einen nicht kleinen Teil der Zuschauer solcher Meisterschaften mal objektiv, bzw. viele "Discopumper" in den Studios, dann ist am Image, das Bodybuilding in der Öffentlichkeit hat, doch manchmal auch was wahres dran. Natürlich, Ausnahmen bestätigen die Regel, selbst Arnold hat einen akademischen Grad in den USA erreicht. Dem gegenüber stehen aber auch genug Eisenbieger, die bereits beim ersten Probetraining nach Wundermitteln zum schnelleren Aufbau fragen und mit abstehenden Armen im Muskelshirt durch die Gegend marschieren. Für den Außenstehenden ist so jemand aber genauso ein Bodybuilder wie der Gewinner der BX-Invitational.

Bodybuilder sind ein komisches Völkchen, objektiv betrachtet, und nur über den Faktor Fun, Spaß und Coolness bekommt man andere Leute zu einer anderen Betrachtungsweise und ein allgemein besseres Image. Mit dem Aufregen über die TV-Beiträge steht man bei Unkundigen nur selbst als Spielverderber da und schon bei Kindern sind die Spielverderber die, die keiner leiden kann. Ein positiveres Image bekommt man damit sicher nicht.

Just my 2 cents...
Neu und in Farbe
projekt_abgeschlossen

Es ist soweit, die neuen Seiten von BamBam's Corner sind online.

Leider war es noch nicht möglich, wirklich alles von der alten Seite zu übernehmen. So fehlt im Moment noch die Rubrik mit den Trainingsplänen und die "BamBam"-Seite. Das wird aber in den kommenden Tagen noch (in teilweise erweitertem Umfang) nachgeholt. Auch einige andere Seiten haben bislang lediglich ein "Demnächst" als Inhalt, andere nur ein rudimentäres Untermenü, was aber ebenfalls noch behoben werden wird. Es war mir einfach wichtig, den großen Schritt zu wagen und den aktuellen Stand zu präsentieren.

Vieles andere funktioniert aber bereits und auch neue Texte und Features sind dazu gekommen. So ist z.B. dieser Blog ab jetzt auch als RSS-Feed erreichbar, sofern der eingesetzte Browser dies unterstützt. Die anderen neuen Inhalte findet Ihr jetzt und in Zukunft unter Sitenews.

Natürlich werden einige Bereiche noch (Rechtschreib-)Fehler enthalten und manche Links nicht richtig arbeiten. Deshalb wäre es toll, wenn Ihr mich darauf aufmerksam machen könntet, damit ich diese möglichst schnell berichtigen kann. Leider fehlte aufgrund des Zeitdrucks die Möglichkeit wirklich alles zu testen.

Also, gebt doch mal ein wenig Feedback, ich bin wirklich gespannt.